Sudan Archive

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65 12 Tagen gegen 300 mit Flinten bewaffnete Neger versammeln konnte, die ihre Waffen ans der Zeit besassen, wo der Handel noch frei gewesen war.

Der Blutaustausch ist ein Bundnis offensiver und defensiver Art, das, durch das Blut der beiden Parteien besiegelt, sie unlóslich bindet. Das Verfahren hierbei ist folgendes: Jeder macht in den Arm oder die Seite mit einem scharfen Instrument einen leichten Einschnitt und taucht in das Blut des Anderen irgend ein Kórnchen, am haufigsten Kaffee, das er alsbald verzehrt, und das Bundnis ist fertig. In anderen Landem bestreicht man mit dem Bltlte beider Parteien die Wolle ein es Schafes, das dann sofort geschlachtet wird, um den neuen Verbiindeten ais Mahlzeit zu dienen1). Wenn der Bund einmal abgeschlossen ist, furchtet man keinerlei Verrat von einander, wenn man auch vorher Todfeind mit einander gewesen ist; die Vergangenheit mit ihrer Feindschaft ist vollstandig vergessen, und die beiden paktierenden Parteien sind gehalten, sich wechselseitig Hulfe und Beistand zu leisten. Im Ssudan giebt es bis jetzt kein Beispiel, dass der Blutbund irgendwie verletzt worden ware. Die Achtung der afrikanischen Wilden vor der beschworencn Treue konnte in ihrer Loyalitat und Ritterlichkeit uns Kulturmenschen mit Fug und Recht ais Beispiel dienen.

Mit seinen 45 Mann und den 300 Negern zog der Major Hauasch nach dem Dorfe Bangedi am Uelle. Der Hauptling, auf die Kunde von seinem Vorhaben und angelockt durch die Beute, schloss mit Hauasch den Blutbund und liess seine ca. 1800 mit Lanzen bewaffneten Krieger zu ihm stossen. Mit dieser Verstarkung setzte sich Major Hauasch nach Mambettu in Marsch. Er verliess das Land der Niamajem und drang durch das Bambaland bei dem Fiirsten Asanga, Bruder des Fiirsten Gambari, in Mambettu ein. Dort veranstaltete er viele Demonstrationen mit seinen Truppen und liess oft in die Luft schiessen, um die PZingeborenen einzuschiichtern. Mit Asanga ’) Vgl. die Beschreibung bei Junker, Reisen II, 499 ft.

Vita Hassan. 5

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