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— 55 — Vergniigungen nicht, und wenn er seine Arbeit beendet hat, kann man ihn essen, trinken, lachen und eifrig tanzen sehen. Letzteres ist sein Lieblingsvergniigen, und in die cadenzierten Bewegungen seines Congoweiss er vielGrazie undEleganz zu bringen. Sein Aberglauben ist derselbe wie beim Bari, Madi u. s. w., seine Fetische sind hólzerne Figtiren, welche Bócke, Ziegen, Weiber und Manner vorstellen.
Der Schuli besitzt wenig Haustiere, dafur bietet ihm der Urwald fur seine Bediirfnisse eine Menge Giraffen, Buffel, Gazellen, Elefanten und Antilopen, -dereń Fleisch er trocknet und aufbewahrt. Seine Geschicklichkeit und sein Mut bei der Jagd sind unglaublich; ich musste dariiber erstaunen, ais ich eines Tages Gelegenheit hatte, mich davon zu uberzeugen. Ich war mit Hauasch auf dem Marsche nach Fadibek, ais wir unterwegs bei einem gewissen Abu Ssala’a (»wildes Tier«), einem friiheren Diener des Schech Farag, auf den ich spater zuruckkommen werde, einkehrten. Abu Ssala’a rief einen Burschen von 15 oder 16 Jahren .und befahl ihm, sich nach Nahrung fiir seine Gaste umzusehen.
»Ich will«, sagte er, »keine toten, sondern lebendige Tiere, die sich unsere Glistę selbst schlachten mógen, damit sie sehen kónnen, dass die Schuli gute Jager sind.« Der Bursche ging ab und brachte nach Verlauf von knapp zwei Stunden e.in Paar Gazellen gefiihrt. Wie er es fertig bekommen hat, diese beiden fliichtigen Tiere zu fangen, weiss ich nicht, doch hege ich nicht den mindesten Zweifel dariiber, dass er sie im Urwald gefangen hat. Bei den Schuli und in den bewohnten oder besuchten Gegenden kann ein einzelner Mann unbewaffnet allein reisen, ohne sich vor wilden Tieren fiirchten zu miissen, da die Schuli hóchst energisch auf sie Jagd machen und es fur eine Schande halten, wenn ein Fówe oder Leopard in ihrem Gebiet gesehen worden ist. Seitdem die Regierungstruppen im Fande der Schuli erschienen sind, haben diese sich durchaus treu verhalten und nur sehr selten hatte die Regierung eine kleine Erhebung bei ihnen zu unterdriicken. Seit der Ankunft des Schech Farag haben die Schuli die Weissen sogar lieben gelernt.