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nach Constantinopel, wo er nach seinem Uebertritt zum Islam bei der Tiirkischen Regierung ais Militararzt mit dem Rangę eines Hauptmanns in Dienst trat.
Ais Emin Pascha eines Abends in Wadeląi mit seinem ersten Schreiber Ahmed Mahmud bei mir speiste, kam die Unterhaltung zufallig auf das Tbema des Religionswechsels. Ahmed Mahmud hatte es einzurichten verstanden, bei Tische eine Flasche Absynth zu zwei Dritteln ganz allein auszutrinken, zum grossen Erstaunen des Paschas und trotz seiner Ratschlage und Mahnungen zur Massigkeit, die er selbst stets eifrig beobachtete.
In seiner Trunkenheit redete er von einem zum Islam iiber- getretenen koptischen Beamten und begann gegen die Personen zu sprechen, die ihre Religion verliessen, in der sie geboren sind. Der Pascha bewahrte einige Augenblicke eine Haltung, die triibe Betrachtungen verriet, fasste nach seiner Gewohnheit an den Bart, hob den Kopf und sagte zu ihm:
Hóren Sie mich, Ahmed Mahmud. Wenn ein Mann seine Religion eines Weibes wegen aufgiebt, ist er tadelnswert; thut er es des Geldes wegen, ist er verachtlich; aber wenn ihm das Messer an der Kehle sitzt, so ist er, wenn auch nicht ganz zu rechtfertigen, so doch zu entschuldigen und zu beklagen.
Diese Unterhaltung pragte sich meinem Gedachtnis fest ein, und ich bin seitdem in meinem Innersten iiberzeugt geblieben, dass irgend ein trauriges Geheimnis den Uebertritt Emins zum Islam herbeigefuhrt hat, ein Uebertritt, der zweifellos kein frei- williger war und nicht leichten Herzens geschah.
In Constantinopel hatte Emin gleich in den ersten Tagen begrififen, dass die Kenntnis der Landessprache ihm unentbehrlich sei und wandte sich sogleich mit solchem Eifer diesem Spezial- studium zu, dass er in sehr kurzer Zeit seiner wissenschaftlichen Ausriistung und der deutschen und englischen Sprache eine griind- liche Kenntnis des Tiirkischen hinzufugen konnte. Da die Tiirkische Regierung ihn zum Dolmetscher bei dem Bey von Tripolis ernannt hatte, lernte er in dieser Stadt den englischen
* 2 Vita Hassan.