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Unser Schiff war mit Heizmaterial nicht ausreichend versehen, eine Sache, um die sich auch sonst kein Kapitan hier kiimmerte. Man muss allerdings zur Rechtfertigung hinzulugen, dass das Heiz material, da es Holz war, fiir eine langere Reise in genirgender Menge eingenommen, viel Platz an Bord gebrauchen und sehr beengen wiirde. Wenn das Heizmaterial zu Ende geht, macht der Kapitan beim nachsten Dorfe Halt und requiriert von den Scheichs das nótige Holz, wofiir er ihnen Bescheinigungen aus- stellt, dereń Betrag von den an die Regierung zu zahlenden Steuern abgezogen werden sollte. Dieses System, das von allen Schiffen angewendet wurde, ist sehr misslich, denn es lasst dem Betruge weiten Spielraum. Thatsachlich konnte es geschehen — und es geschah oft —, dass der Kapitan im Einvernehmen mit dem Schiffsschreiber Bescheinigungen iiber den doppelten oder noch hóheren Betrag der wirklichen Lieferung gegen ein Geschenk in baar oder Naturalien ausstellte.
Endlich kam ich in Chartum an. Chartum ist oder vielmehr war damals eine wichtige Stadt. Mittelpunkt der Regierung des Ssudan, war sie auch Mittelpunkt des Handels dieses ungeheuren Landes. Auf dem rechten Ufer des weissen Nil erbaut, gewahrte Chartum dem landenden Reisenden einen malerischen Anblick, ohne jedoch sofort eine Idee von der Wichtigkeit des Platzes zu geben.
Da lag zunachst unmittelbar am Flussufer der Regierungspalast neben einem Gebiisch von Dattelpalmen, dann die Wohnung des Gouverneurs und eine Reihe Privathauser mit zahlreichen und geraumigen Magazinen, alle an dem Ufer des Stromes, welches dergestalt den verkehrsreichsten Boulevard der Stadt bildete.
Eine ziemlich breite Strasse, auf dereń Seiten die Mudirije und die Residenz des Generalgouverneurs lagen, fiihrte in die Stadt; ich fand belebte und gerauschvolle Strassen in grosser Zahl, die nach allen Richtungen sich kreuzten, Hauser von ziemlich gutem Aussehen, Magazine und óffentliche Etablissements, alle geraumig und reinlich.