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in Berber 5—6 Handler mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegen- standen, Griechen und eine Filiale der Firma Marquet in Chartum. Ausser einigen wenigen Gebauden, worunter die Mudirije1), waren alle Hauser aus Luftziegeln erbaut. Die Garnison bestand nur aus Baschi bosuk (Freiwilligen), theils Tiirken theils Schaikije2) Araber.
Das Klima von Berber ist unertraglich; die Hitze betragt im Mittel 40 0 C. Ein heisser Wind, der schreckliche Chamssln, weht dort bestandig Tag und Nacht und wirbelt einen gelben er- stickenden Staub so dick empor, dass man auf 50 Centimeter
vor sich nichts erkennen kann.
Bei meiner Ankunft stellte ich mich dem damaligen Gouverneur der Provinz Ibrahim Bey el Ssabban vor; er hiess mich das Schiff erwarten, das erst 22 Tage spater kam.
Wahrend meines Aufenthalts in der Stadt versuchte der Mudir mich dort zu behalten und wollte in diesem Sinne an den Director des Sanitatsdienstes in Chartum schreiben; ich weiss nicht mehr, weshalb ich nicht darauf einging und schiffte mich an Bord der Ismailije nach der alten Hauptstadt des Ssudan ein.
Die Fahrt von Berber nach Chartum auf dem Nile dauert 7 Tage und man geniesst wahrend der ganzen Reise ein wunder- bares Schauspiel. Auf beiden Ufern ruht der Blick, soweit das Auge reicht, auf einer reichen und prachtigen Vegetation, und wenn man dieses Grim bestandig 7 Tage lang sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass wenige Kilometer weiter eine diirre und gliihende Wiiste existiert, in der nur in weiten Zwischenraumen eine kleine Oase wie eine Insel im Ocean Abwechslung bringt. Es ist klar, dass ein weit ausgedehntes Canalsystem, welches das Wasser des Nils von einem Punkte zum andern fuhrte und sein Netz bis in das Innere des Landes ausdehnte, diese Gegend zu einer der fruchtbarsten machen miisste.
’) Mudirije będeutet sowohl Provinz wie Regierungsgebaude, hier das letztere. B. M.
8) Der arabische Stamm der Schaiklje wohnte am Nil, zwischen Abu Hamed und Korti. B. M.