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2 12 war, befand sich Chartum, welches viel weniger Streitkrafte besass, zumal da von Aegypten nichts besonderes mehr zu erwarten war, in wirklicher Gefahr.
Die Regierung von Kairo, die iiber das Schicksal der ungliicklichen Kaufleute, Beamten und Soldaten im Ssudan unruhig geworden war, dachte nur noch an Mittel, sie aus dem Lande zu ziehen. Der Aufstand hatte solch’ kolossale Dimensionen angenommen, dass Aegypten nicht mehr hoffen konnte, ihn zu unterdriicken. Die Regierung erhielt damals den Rat, Gordon Pascha dorthin zu schicken. Dieser nahm die Mission, die Raumung zu bewerkstelligen, an und stellte ais Bedingung, dass er nach geschehener Raumung freie Hand haben diirfe, im Ssudan eine einheimische, unabhangige Regierung einzurichten. Es war jedenfalls eine schóne Idee, sich in Afrika ein grosses Reich zurecht zu schneiden, aber Gordon tauschte sich iiber den Ernst der Situation und besass zu viel Selbstvertrauen.
Die Abberufung Abd el Kader Pascha’s von einem Posten ais General-Gouverneur des Ssudan war im hohen Grade unklug gewesen. Wahrend seines kurzeń Aufenthalts in Chartum hatte er sich auf der Hóhe der Situation gezeigt, und seine Energie und grossartige Thatigkeit hatten ein besseres Resultat erwarten lassen kónnen. Ware ihm Gordon’s Mission anvertraut worden, so hatte die Raumung sicher sich friedlich vollziehen lassen und im Palle der Errichtung einer Ssudan-Regierung ware es ihm vermóge seines Taktes, seiner Energie, seiner griindlichen Landeskenntnis und seiner Beziehungen zu den Hauptlingen der Stamme zweifelsohne gelungen, zu einem Einverstandnis mit denselben zu kommen.
Gordon erschien im Februar 1884 in Chartum und wart gleich am Tage seiner Ankunft dem Mahdi und seinen Beduinen einen Koder vor, an welchen diese aber nicht anbissen. Er erklarte den Ssudan fiir unabhangig, ernannte den Mahdi zum Ssultan von Kordofan, hob die Steuern auf, erliess eine allgemeine Amnestie und stellte schliesslich den Sklavenhandel wieder her.