Facsimile · p. 231
21 I und in Chartum in das Gefangnis geworfen. In der Umgegend von Duem am Nil, zwischen Kawa und Chartum, versammelte ein Emir des Mahdi, der Schech el Bereir, eine grosse Anzahl Derwische und begann Duem zu belagern.
Mohammed el Chair, der vom Mahdi zum Emir von Berber ernannt war, hatte mit seinen Gaalije die agyptischen Truppen angegriffen. Der Gouverneur von Berber, Hussein Pascha Chalifa, versuchte ihm Widerstand zu leisten, aber vergeblich. Eine Verstarkung, die er von Schendi hatte kommen lassen, war gegen Ende April 1884 unterwegs vernichtet worden. Anfangs Mai war die Situation von Berber verzweifelt. Hussein Pascha Chalifa wurde von iiberlegener Macht in der Stadt belagert und konnte sich nicht lange halten. Ende Mai drang der Feind in die Stadt ein und pliinderte sie aus. Der Gouverneur wurde in das Lager des Mahdi bei Um Durman gefiihrt, wo er ein Jahr blieb. Ais er das Vertrauen desselben gewonnen hatte, wurde er zum Emir des Nordens, d. h. des ganzen Landes bis Wadi Halfa ernannt, eine Gelegenheit, die er zur Flucht nach Aegypten benutzte. Eine erhebliche Geldsumme, die von Kairo nach Chartum gesandt, aber erst nach dem Falle von Berber dort angelangt war, wurde von Mohammed el Chair aufgefangen und an das Beit el Mai (Schatz des Mahdi) abgełiefert. Auch Osman Digna war nicht unthatig geblieben. Er hatte die Stamme der Hadendoa aufgewiegelt, und bald wurde der óstliche Ssudan der Schauplatz blutiger Kampfe. Um die Mitte des Jahres 1884 fielen die beiden Platze Ssinkat und Tokar, trotz der iibermenschlichen Anstrengungen ihrer Besatzungen, in die Hande der Mahdisten; und nach dem Falle von Chartum ging die Provinz Kassala und die Stadt Galabat fur Aegypten verloren.
Chartum befand sich seit der Vernichtung von Hicks Pascha’s Heere in einer kritischen Lagę. Die Ankunft desselben hatte die Geister etwas beruhigt und einige Hoffnung wiederbelebt, um so grósser war die Panik bei der Nachricht von der Vernichtung dieses 16000 Mann starken Heeres. Nachdem dieses unterlegen 14'