Sudan Archive

Open the original scan

— 190 — Befehl von zwei hóheren Offizieren: Ali Efendi Asmi und Ibraliim Efendi Ali. Die Expedition sollte nach Anweisung und Leitung Abu el Sseud’s handeln. Das Expeditionskorps schiffte sich mit einem Geschiitz an Bord des Dampfers Tali Hawein ein, der ani Freitag, den 29. Schaban 1298 (27. Juli 1881) bei Sonnenuntergang vor Aba Anker warf; man beschloss noch am selben Abend sich auszuschiffen. Fur alle Falle blieb das Schiff unter Dampf, und Abu el Sseud an Bord.

An diesem Tage fand bei dem Mahdi ein Sikr statt, und die Derwische, im Kreise geordnet, waren bei ihrer Andacht, wahrend Mohammed Ahmed etwas abseits auf einem Feli sass, um zu beten, ais die Abgesandten Abu el Sseud’s erschienen, urn ihn an Bord zu rufen. Er erwiderte, dass man nur zu ihm zu kommen brauche, wenn man ihn sehen wolle, dass er sich aber nicht hinbemiihen werde. Jetzt wurden die paar Soldaten ungemutlich, zumal, da sie von den Derwischen eine starkę Tracht Priigel bekamen. Abu el Sseud hatte den Befehl, den Mahdi und seine Parteiganger im Notfalle anzugreifen. Er befahl deshalb der Abteilung, vorzuriicken und auf die Derwische Feuer zu geben. Beim ersten Schuss, dem Zeichen zum Angriff, zog Mohammed Ahmed sein Schwert und stiess zum erstenmal den Vernichtungsruf aus, welcher dann der Schlachtruf der Mahdisten geworden ist: »La ilah illa allah, fi ssabil allah.« (»Es giebt keinen Gott ausser Gott; [kampfet] fur Gottes Sache.«) Der Sabel Mohammed Ahined’s war iibrigens nicht von Holz, wie seine Anhanger behaupteten, sondern eine sehr gute Bochari-Klinge *). Der Mahdi war von der Ankunft des Militars jedenfalls benachrichtigt worden, denn an jenem Abend hatten sich die Derwische in viel grósserer Zahl in Aba eingefunden und waren samtlich bewaffnet. Auf den Ruf des Mahdi stiirzte sich die wiitende Menge, die den wilden Schlachtruf ihres Oberhauptes *) Die Hiebwaffen bei den Arabem im Ssudan waren von vierfacher Qualitat; die beste war die Bochari-, dann die Ssolimani-, dann die Tokari- und schliesslich die Maghrabi-Klinge.

Text produced by OCR — report an error