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189 Brandreden gedruckt und in Tausenden von Exemplaren der Polizei fórmlich vor die Ftisse geworfen. Wahrend schon alle Gemiiter iiber das dumpfe Grollen des Vulkans unruhig waren, schien die Regierung von nichts zu wissen und traf nicht die geringste Massregel. Man versichert, dass der Gouverneur, ein Liebhaber der schónen Wissenschaften und der arabischen Poesie, wahrend dieser Zeit mit seinem unzertrennlichen Begleiter, dem Polizei-Prafekten von Chartum, beschaftigt war, arabische Dichter anzuhóren, die ihm ihre Verse vortrugen, und sich mit Banketts und Konzerten unterhielt. Erst 1881 óffnete die Regierung die Augen und entschloss sich, etwas zu thun. Ein fruherer Lehrer des Mahdi, namens Mohammed Abdallah, schrieb an Reuf Pascha einen Brief, in welchem er ihn auf die schweren Gefahren, welche fur die Regierung aus den Anmassungen Mohammed Ahmed’s entstehen kdnnten, und auf den zahlreichen Anhang aufmerksam machte, der sich um ihn gebildet hatte und mit jedem Tage wuchs. Reuf sandte einen gewissen Abu el Sseud Bey el Akkad zu ihm, um sich tiber die Vorgange in Aba zu informieren und Mohammed Ahmed aufzufordern, nach Chartum zum General-Gouverneur zu kommen. Abu el Sseud begab sich im Mai 1881 nach Aba; ais er Mohammed Ahmed mitteilte, dass der Gouverneur in Chartum ihn sehen wollte, da erwiderte der Mann von Aba: »Ich habe mit dem Gouverneur nichts zu thun, und wenn er etwas von mir will, so mag er selbst kommen. Nach Chartum kann ich nicht gehen, denn der Tag, wo ich in die Stadt einziehen soli, ist noch nicht gekommen.« Solche Antwort konnte Reuf Pascha naturlich nicht gefallen; er beschloss sofort die Absendung einer Expedition, um den falschen Propheten mit Gewalt zu holen. Abu el Sseud’s Bericht tiber die Zahl und Starkę der Anhanger des Mahdi war irrig gewesen. Abu el Sseud hatte sich iiber seine Bedeutung getauscht und dem General-Gouverneur erklart, dass 200 Mann zur Vernichtung der Rebellen vollauf geniigten. Auf diese Versicherung hin schickte Reuf am 21. Mai eine Abteilung von ungefahr 200 Mann Infanterie ab unter dem