Sudan Archive

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172 Nutzen erheben und den Betrag in den Biichern fur das laufende Jahr nicht eintragen, indem sie dem Generalgouverneur vorreden, die Einziehung der Riickstande ware bei der Zahlungsunfahigkeit der Steuerpflichtigen unmóglich. Gordon Pascha, der nur den einzigen Wunsch hat, sich bei den Stammen und ihren Schechs beliebt zu machen, ist schwach genug, ihren geringsten Wunschen nachzugeben und einen Steuererlass nach dem andern anzuordnen bis zu dem Grade, dass die Kassen der Regierung leer werden. In allen Zweigen der Verwaltung herrscht vóllige Verwirrung, und die Unzufriedenheit, die alle erfasst hat, ist in offene Rebellion ausgeartet. Unbekummert um das, was vorgeht, bleibt der Generalgouverneur ruhig in Chartum und anstatt mit Riicksicht auf die allgemeine Lagę die bewaffnete Macht zu vermehren, hat er die Zahl der Baschibosuks auf eine unbedeutende Ziffer herabgesetzt. Ebenso ist das regulare Militar wenig zahlreich und besteht ausserdem zum gróssten Teil aus Rekruten und untauglichen Leuten, welche trotzdem aber sehr gut verstehen die friedliche Bevólkerung zu qualen und ihren Besitz zu pliindern. Wir kónnen uns die strafbare Sorglosigkeit Gordon Pascha’s und seine Schwache gegen seine Beamten und Verbrecher nicht erklaren, wahrend seine schwere Hand nur die unschuldigen Be­ amten und Kaufleute trifft, welche das Ungliick liaben, seiner Umgebung zu missfallen und die ihre Zukunft auf eine blosse verleumderische Denunziation hin verlieren.

Man lasst hier das Geriicht verbreiten, dass Se. Hoheit der Chedive, unser erhabener Herr, den Ssudan an die Englander abgetreten hat und dass diese Gordon Pascha zu ihrem Vertreter ernannt haben. Was diesem Geriichte eine gewisse Wahrscheinlichkeit verleiht, ist der Umstand, dass Gordon Pascha alle hóheren Beamten und die besten Diener der Regierung nach Kairo zuriickschickt, weil sie den Mut haben, seinem Vorgehen wenig Enthusiasmus entgegenzubringen. Er ersetzt sie durch einheimische Nullen, die ais einzige Befahigung einen passiven und blinden Gehorsam fur seine Befehle besitzen, andererseits

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