Sudan Archive

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— 170 — unter Reuf Pascha bei den Eingeborenen den Glauben erweckte, ais ob auch gleichzeitig die Steuern abgeschafft seien. In diesem Glauben wurden sie von den ziigellosen und missvergniigten Beamten bestarkt, derart, dass die Regierung beim Eintreiben der Steuern auf grosse Schwierigkeiten stiess. Gordon hatte sicherlich die besten Absichten; da er aber die Landessprache nicht kannte, wie er selbst einraumte, wurde er durch seine Umgebung von der Bevólkerung isoliert und diese durfte unter seiner Aegide, ohne dass er es wusste, sich alle Missbrauche erlauben, welche den schon schwergepriiften und unzufriedenen Ssudan vollends in Verzweiflung brachten. Erlasse, die einander bestandig widersprachen, und die Einmischung eines unwiirdigen Personals bewirkten eine allgemeine Konfusion. Der beste Beweis fur diese Auflósung der Organisation der Ssudanregierung wahrend der Periode von 1877 — 79 ist folgendes Schreiben, das 1878 von den Handlem und Notabeln des Landes dem Chedive Ismail Pascha iiberreicht wurde. Das Schreiben lautet: »Die Bevblkerung des Ssudan, die einheimischen Kaufleute und Industriellen, flehen hiermit den erhabenen Schutz und die wohlwollende Fiirsorge Sr. Hoheit Ismail Pascha’s, Vizekónigs von Aegypten, an, damit ihrer beklagenswerten Lagę und den Leiden, die sie seit der Ernennung Gordon Pascha’s zum Generalgouverneur des Landes zu erleiden haben, gnadigst ein Ende gemacht werde. Denn thatsachlich sind wir in den 50 Jahren, seit welchen der Ssudan zu Aegypten gehórt, niemals so schwer bedriickt worden, wie unter Gordon.

Dank seiner kauflichen und bestechlichen Umgebung, die aus Leuten wie Konsul F . . . ., ferner A . . . ., M ........., H .......... G .......... E ............... , H . . .., K .........u. s. w. besteht, dank dem hohen Einfluss, welche diese auf Gordon’s Entschliessungen ausiiben, werden die wichtigen Aemter der Mamurs und Mudirs Verbrechern und Erzspitzbuben, wie M . . . . Bey, M ........... W .........H . .. . Bey, A . . . . , R ..........................B e y , M ............ , A . . . . und anderen Personen anvertraut, dereń Aufzahlung zu lang ware.

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