Sudan Archive

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138 Fanatismus und Fatalismus etwas verdunkelt. Wenn seine Religion kein solches Hindernis ware, wiirde der Araber bald merkliche Fortschritte machen und im Handel wie in der Industrie und selbst in den Kiinsten es bald zu einem hohen Grade der Vervollkommnung bringen. Zumal fiir den Handel besitzt er ein grosses praktisches Geschick. Er lernt sehr leicht die gangbaren Artikel kennen, importiert, exportiert, treibt Tauschhandel m it Elfenbein oder Sklaven, ist unermiidlich und thatig und versteht sein Geschaft in die Hóhe zu bringen. Ais Handwerker und Kiinstler hat es der Araber schon jetzt zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht, wenn man die Unzulanglichkeit seiner Werkzeuge in gebtihrende Beriicksichtigung zieht. Wenigstens fanden auf der Pariser Weltausstellung von 1867 die Kunsterzeugnisse des Ssudan, ciselierte Waffen, Gold- und Silbersachen und besonders die Filigranarbeiten, ungeteilten Beifall. Im allgemeinen aber befasst sich der Ssudan-Araber mit keiner Arbeit oder Handwerk. Sein Leben und Charakter sind noch fast genau die des mittelalterlichen Arabers, wie sie in den Romanen gefeiert werden; seinem Stolze ist jede Handarbeit wie der Handel gleich verachtlich. Er beschaftigt sich lieber mit Viehzucht und Ackerbau, die vor den Ereignissen der letzten zehn Jahre sehr bedeutend waren. Aber auch hierfur hat er seine Leibeigenen, wie er sie seit dem Tage, wo er plótzlich in Afrika erschienen ist, gehabt hat. Die ungliickliche schwarze Rasse ist es, die das schreckliche Joch der Sklaverei zu tragen hat. Das Leben des Arabers ist das eines Herrn im Mittelalter und nur dem Kriegshandwerk, den Raubziigen (Razzias) und der Tragheit gewidmet. Letztere ist aber weiter nichts ais Verachtung der Arbeit, schliesst indess Thatigkeit, Mut, Unerschrockenheit und Todesverachtung, die den Araber in hohem Grade auszeichnen, keineswegs aus.

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