Sudan Archive

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137 Sitte: Alle Abende nacli dem Essen findet auf einem óffentlichen Platze die religióse Zeremonie des Sikr statt. Der Hauptling des Stammes sitzt in der Mitte und ist von einem Kreise Fanatiker umgeben, welche unter bestandigen Bewegungen des Kopfes Koranverse und Gebete herleiern. Um den Kreis dieser Frommen promenieren alle verheirateten Frauen des Stammes, angethan mit den schónsten Kleidern, und erwarten das Ende des Gebetes. Wenn der Sikr zu Ende ist, so redet jeder einzelne aus dem Kreise der Reihe nach den Hauptling etwa folgendermassen an: »Ich móchte die Frau von dem und dem aus dem Stamme kennen lernen.« Der Hauptling ruft dann sofort die betrefiende Frau samt ihrem Mannę und halt ihnen folgende Rede. Zu der Frau sagt er: »Der und der wiinscht dich kennen zu lernen; wenn sein Verlangen niclit erfullt wird, so wird es dir und deiner Nachkommenschaft Ungltick bringen und vielleicht auch Unruhe in deinem und seinem Hause anrichten. Gehe also mit ilim, um das Unheil zu beschwóren, das euch beide sonst treffen kann.« Zu dem Mannę sagt er: »Der und der verlangt nach deiner Frau; wenn sie sich seinen Wiinschen nicht fiigt, so kann euch das Unheil bringen und diesen Mann von seinen Geschaften und von seiner Andacht ablenken. Um all dies zu vermeiden, habe ich deiner Frau erlaubt, mit ilim zu gehen, und morgen friih wird sie wieder zu deinem Hause zurtickkehren.« Ausser diesem Austausch von Gefalligkeiten wird bei den Beduinen der Abu Gerld der Gast, wenn er zu demselben Stamme und derselben Konfession gehórt, mit einer ausserordentlichen Gastfreundschaft behandelt, die sich selbst auf die Hausfrau erstreckt.

Um diese Skizze der Sitten der Araber von Nubien zu vervollstandigen, wollen wir die Hauptziige seiner moralischen und intellektuellen Eigenschaften kurz zusammenfassen.

Der Ssudan-Araber ist nicht beschrankt, sondern im Gegenteil fein und intelligent. Nur ist seine Intelligenz durch Erziehung nicht ausgebildet und wie bei allen seinen Religionsgenossen durch

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