Sudan Archive

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— 136 — lichen Beschneidung ausgefuhrt. Der Unterschied ist nur der, dass man nach dem Grusse: »walad el malek bejissallem aleik« sagt: die und die verheiratet sieli oder wird beschnitten, anstatt fur: sie lasst sich den Haarputz ordnen.

Die H ochzeit in K ordofan.

In Kordofan wird die Hochzeit mit denselben Gebrauchen wie anderwarts im Ssudan gefeiert. Nur bei dem Stamm der Gauwamea darf sich ein Madchen nicht friiher verheiraten, bevor sie ein Kind, das »mu’Inchalu« genannt wird, zur Welt gebracht hat. Diese Praxis ist nicht ohne Grund und Zweck. Sie soli beweisen, dass das Madchen im Stande ist, zu gebaren, worauf im Ssudan der grósste Wert gelegt wird. In zweiter Linie soli das Madchen, das nach ihrer Heirat ihre Eltern verlasst, ihrer Familie den »mu’in chalu« geben, der spater an ihrer Stelle ihre Familie zu unterstiitzen hat. Sie fiillt derart im voraus die Liicke aus, die durch ihre Verheiratung in der Familie entsteht.

Bei dem Stamm der Hassamje existiert eine seltsame Art der Ehe, welche »bil rob’« oder Ehe auf Viertelzeit genannt wird. Die nach dieser Weise verheiratete Frau gehórt fur drei Viertel der Zeit ihrem Mannę und geniesst wahrend des letzten Viertels eine vollstandige Unabhangigkeit von ilirn. Die Teilung der Zeit geschieht auf Grund des gegenseitigen Einverstandnisses. Wenn die Frau nicht darauf besteht, wahrend der Zeit, die ihr gehórt, das Haus des Gatten zu meiden, kann sie darin bleiben. Trotz des Namens »Ehe auf Viertelzeit« ist die Zeit nicht immer in diesem Verhaltnis geteilt. Wenn die von dem Mannę gebrachte Mitgift nur gering ist, kann die Frau einen bis sechs Tage in der Woche frei sein; wenn aber die gegebene Mitgift ansehnlich ist, so kann der Mann zu seinen Gunsten in dem miindlichen Ehevertrag sich bis zu sechs Tage ausbedingen, jedoch muss die Frau mindestens einen Tag in der Woche vollstandige Freiheit geniessen.

' Bei dem Stamme der Walad Abu Gerid (»dem Sohn des Mannes mit Palmenzweigen«) existiert eine noch sonderbarere

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