Sudan Archive

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135 die Haare zu bringen, die vorher bis an die Schultern abgeschnitten werden, und sie dann trocknen zu lassen. Diese Behandlung heisst Tasmighat el Scha’ar oder Gummierung der Haare. Da sie hierdurch zu steif geworden sind und aneinander kleben, schreitet man zu der zweiten Operation, die sie geschmeidiger und Schwarz zu machen bezweckt. Diese zweite Behandlung besteht darin, dass man sie mit einer Art Pommade aus Wadak (Rindertalg) und verbranntem und pulverisiertem Mais einreibt. Die dritte Operation besteht darin, die Haare mit der Lachocha zu parfumieren, dereń Rezept wir schon oben bei der Beschreibung der Delka mitgeteilt haben. Wahrend dieser ganzen Prozedur ist die Patientin von allen ihren Freundinnen umgeben, denen ein regelrechtes Festessen vorgesetzt wird; sie essen, trinken Merissa, lachen, singen und iiberlassen sich den verschiedenen Spielen, wahrend die Haarkunstlerinnen bei ihrer Arbeit sind.

Schaigeba.1) Wenn eine Frau vom Stande oder eine, die wegen ihrer Schónheit beriihmt ist, sich den Haarputz ordnen lasst, begeben sich ihre Freundinnen auf die Strasse, und wenn sie einen Bekannten sehen, kleben sie ihm mit den Worten: »walad el malek bejissallem aleik« (»der Kónigsohn griisst dich«) etwas Gummi auf das Gesicht und teilen ihm mit, dass die und die Frau sich den Haarputz ordnen lasst. Sodann halten sie ihm einen Teller vor, den sie bis dahin sorgfaltig vor ihm verborgen hatten. Der Betreffende muss nun gute Miene dazu machen und je nach seinen Verhaltnissen ein Gold- oder Silberstiick auf den Teller werfen. Thut er es nicht, so wiirde er die ssudanesische Galanterie auf das gróblichste verletzen. Fur das so gesammelte Geld kaufen die Frauen Erfrischungen und andere Delikatessen.

Diese Schaigeba wird nicht bios bei der Zeremonie des Haarputzes, sondern auch bei der Hochzeit und bei der weib-') Vom Arabischen Sche agib, etwas Merkwiirdiges.

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