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134 Trauerhause zuriickgekelirt, ruft man einen Feki (Priester), welcher einen und denselben Vers des Koran einige hundert- oder tausendmal rezitiert, je nach der Stellung, die der Verstorbene eingenommen hat. Bei jedem Verse nimmt der Feki ein Steinchen von einem Haufen und wirft es in eine Ecke. Wenn das Gebet zu Ende ist, zahlt man die Steinchen, um sich zu uberzeugen, ob er nicht einen Vers ausgelassen oder vergessen hat. Wird die Summę richtig befunden, so wirft man die Steinchen in einen oder mehrere Sacke und schiittet sie auf das Grab des Toten. So kann man aus der Hóhe eines Steinhugels auf dem Grabę die Bedeutung dessen, der darunter ruht, erkennen.
Bei den Frauen geschieht die Beerdigung auf dieselbe Weise, nur mit dem Unterschiede, dass bei der Waschung des Kórpers auch die Haare gewaschen werden, eine penible und umstandliche Arbeit, welche stundenlang dauert. Denn die ssudanesische Frau, die fiir ihre Toilette eine ziemliche Menge Gummi arabicum und Rindertalg braucht, wascht sich wahrend ihres ganzen Lebens den Kopf hóchstens zwei- oder dreimal. Man begreift leicht, dass es einige Arbeit erfordert, den Schmutz von einigen Jahrzehnten aus den Haaren zu entfernen und sie einigermassen glatt und geschmeidig, wie im Naturzustand zu machen.
H aartrach t.
Wir haben soeben bemerkt, dass die Frauen im Ssudan nicht gerade allzuhaufig sich das Haar ordnen. Z. B. einmal alle Jahre gentigt selbst den elegantesten; andere tragen dieselbe Haartracht bisweilen mehrere Jahre hindurch. Deshalb machen sie aus dem denkwiirdigen Tage, wo sie sich das Haar ordnen, einen Festtag. Thatsachlich braucht aber auch die Haartracht nach der Art und Weise, wie sie zustande kommt, nicht haufig erneuert zu werden. Die Haare werden mit Gummi steif gemacht, und da sie niemals mit Wasser in Beriihrung kommen, halten sie sich so lange Zeit. Die erste Operation besteht darin, den Gummi in