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132 B eschneidung.

Die Feier der Beschneidung wird schon mehrere Tage vorher durch verschiedene Festlichkeiten eingeleitet. Am bestimmten Tage bildet sich eine Prozession aus den Angehórigen und Freunden des Helden des Festtages, die das Dorf durchzieht.

Die Beschneidung des Knaben geschieht im Ssudan gewóhnlich im Alter von 12— 15 Jahren. Der zu beschneidende Knabe befindet sich an der Spitze des Zuges, und ist ganz wie der Brautigam gekleidet und geschmiickt mit dem Ghartak an der Faust und dem Ssoth in der Hand und wird von allen seinen Freunden umringt, die sich die tiblichen Peitschenhiebe auf die Schultern versetzen. Nur der zu beschneidende Knabe bleibt wie der Brautigam davon verschont, ohne dass man ihn der 1'eigheit beschuldigen diirfte. Schon bei anderen Gelegenheiten hat er die nótigen Proben abgelegt. Ist der Zug nach dem Hause zuriickgekehrt, so wird der Patient auf ein Angareb gesetzt, und der Dorfbarbier, der den Chirurgen spielt, beginnt die Operation. Der Patient ist von einer grossen Menge Madehen und Sklavinnen umringt, welche wahrend der Operation singen und tanzen, um ihn zu zerstreuen. Mit Riicksicht auf die Anwesenheit dieser Frauen halt er geduldig still und laSst wenigstens anscheinend kaltbiiitig die Sache iiber sich ergehen, um keine Schwache zu zeigen und von jenen nicht verhóhnt zu werden. Die Operation selbst wird auf die gleiche Weise ausgefiihrt, wie bei allen Mohammedanern: Eine Pinzette und ein Schnitt mit dem Messer ist alles.

Die meisten Bewohner des agyptischen Ssudan, d. h. alle Beduinenstamme und ein Teil der Negerbevólkerung (die, welche sich den Arabern assimiliert haben) iiben die Beschneidung aus.

Die w eibliche B eschneidung.

Die weibliche Beschneidung, wie sie bei allen Muhammedanern ausgefiihrt wird, besteht in der Entfernung eines Teiles der Clitoris. Im Ssudan wird statt dessen von den meisten arabischen

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