Facsimile · p. 150
130 Delka (eine Art Massage). Sie wird gewóhnlich von einem Farcha (jungen Sklaven) und zwar in folgender Weise ausgefiihrt. Der ganze Kórper von Kopf bis Fuss wird zweimal stark eingerieben, das erste Mai mit einer Art Teig, welcher Delka heisst, das zweite Mai mit einer Art besonderer Pomadę, Namens Lachocha.
Die Delka besteht aus gemahlenem Mais und Kardamom, was zusammengestampft und in einen Teig geknetet wird. Die Lachocha-Pomade besteht aus Kardamom, Gewiirznelken, Ssantal-Essenz und Dofra1). Das Ganze wird gestampft und mit Sesamól und Rindermark (Wadak) vermischt.
Die Delka hat den Zweck, den Kórper zu reinigen und zu kraftigen; wenn er gut gereinigt ist, wird er mit der Lachocha eingerieben, um ihn zu parfumieren. Gleichzeitig starken diese Essenzen die Haut und werden ausserdem ais Aphrodisiacum betrachtet.
Das ganze Hochzeitsfest nebst Tanzen und Gesangen dauert 7—40 Tage. Erst am letzten Festtage darf der Gatte, der bis dahin seiner Frau nur einige Liebkosungen hat erweisen kónnen, einige Faden ihres Rahad ablósen. Der Rahad ist ein Feli, welches in Form eines Gtirtels den Bauch und die Hiiften bedeckt und in seinem unteren Teile in eine Menge kleinerer Faden zerschnitten ist, welche auf die Beine herabhangen. Er bildet die einzige Bekleidung der Negerinnen oder Sklavinnen. Ausserdem wird er von der Braut bei der Hochzeit angelegt, aber nur fur die Stunden, wo sie zum ersten Mai ihre Pflichten ais Gattin zu erfullen hat. Jedoch ist die Neuvermahlte bis zu diesem Augenblick noch nicht in Wirklichkeit Frau. Die Ungliickliche ist namlich vollstandig vernaht, derart, dass sie nur eine kaum wahrnehmbare Oeffnung fur den Abfluss des Urins hat. Wir werden die Beschreibung dieser abscheulichen Verstiimmelung in dem Abschnitte uber die weibliche Beschneidung geben. Der jungę Ehemann ł) Die Dofra wachst im Ssudan, sieht wie Fischschuppen aus und besitzt einen sehr angenehmen Geruch,.