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128 einiger Entfernung davon setzen sich alle verwandte oder befreundete Frauen, worauf man den neuen Ehemann hereinfiihrt. Wir treten mit ihm herein, um das sonderbare Schauspiel, welches sich nun entwickelt, mit anzusehen. Auf einer Seite hocken die Zuschauerinnen, bunt durcheinander am Boden; im Hintergrunde sitzen im Halbdunkel vier oder fiinf Personen in einer Reihe, alle haben das Gesicht mit einem Zipfel ihres Gewandes verhtillt und weinen und seufzen unisono wie erschreckte Turteltauben. Der jungę Ehemann weiss sehr wohl, dass eines von den in der Ecke sitzenden Madchen seine Erau ist, aber wie soli er sie erkennen? Wenn er den glticklichen Einfall gehabt hat, sich fur diesen Fali mit einer der alteren Frauen vermittelst Geld in Verbindung zu setzen, so geht die Sache leicht: ein jedem Anderen unmerkliches Zeichen weist ihm seine Erau, er geht direkt auf sie los und ergreift sie. Im anderen Falle muss er sehen, wie er sich hilft und auch auf gut Gliick die erste fassen, welche ihm in die Hand fallt. Sie lauft ihm davon, noch immer verschleiert, um ihn in der Illusion zu lassen, er ihr nach, ergreift sie wieder, aber sie entgleitet ihm unter den Handen wie eine Schlange und durchlauft das Zimmer nach allen Richtungen. Abermals ergreift er sie und entreisst ihr den Schleier mit Gewalt, findet aber zu seiner bittern Enttauschung, dass es nicht seine Erau ist. Er lasst sie los, um unter den andern die richtige zu suchen. Wahrend dieses kurzeń Zwischenraumes hat aber die erste Zeit gehabt, sich von neuem zu verhtillen und sich schleunigst zwischen ihre Gefahrtinnen zu setzen, sodass der Mann bei seinem weiteren Suchen, wenn der Zufall will, wieder dieselbe treffen kann.

Dieses Spiel dauert zuweilen bis zum Morgen, jedenfalls so lange, bis der Mann endlich das Gliick hat, seine Frau zu treffen. Dann fiihrt er sie in ein anderes Zimmer und kratzt ihr vor ihren Freundinnen und Verwandten mit seinen Fingernageln, die er sich hierfiir hart und lang hat wachsen lassen, Arme, Schultern und Hiifte, bis das Blut herabrinnt. Hierbei versucht die Braut sich von ihm loszureissen und zu entfliehen. Nun beginnt die

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