Sudan Archive

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120 wo die Aegypter den Ssudan eroberten, erbant worden. Seine Lagę zwischen dem weissen und dem blauen Nil, dereń Vereinigungspunkt es beherrschte, war in strategischer Hinsicht bewunderungswert gewahlt. Die Provinz Chartum war von Angehórigen der Stamme Schukrije, Battahin, Baggara, el Mohammadlje, Assar el Nabi, Hassanije u. s. w. bewohnt. Die Bevólkerung der Hauptstadt selbst war von Leuten aller Rassen und Nationen zusammengesetzt; doch bildeten den iiberwiegenden Teil Araber von Aegypten, und Mualledin, d. h. eine Mischrasse von agyptischen und ssudanesischen Arabem. In der Nahe von Chartum, drei Stunden nach Siidosten, in den Ortschaften Sobat und Hellet el Begeir, existierte eine von den Mahdisten vollstandig ausgerottete Yólkerschaft, die in ihrer Art ebenso merkwiirdig wie interessant war. Von durchaus unbekannter Herkunft, aber anscheinend seit langen Jahrhunderten hier angesessen, unterschied sie sich von den iibrigen Stammen des Ssudan durch ihren friedlichen Charakter, wie durch die Schónheit ihres Kórperbaues, sodass sie mit ihren regelmassigen Ziigen und dem vollkommenen Ebenmass ihrer Glieder Bronzestatuen glichen. Die Stadt Sobą kónnte sehr wohl das alte Nepata, das schwarze Theben sein, wohin sich der Kónig Sabako mit seinen Truppen zuriickgezogen hatte.1) Es existieren dort zahlreiche Ueberreste antiker Monumente, die zur Geniige beweisen, dass die alte Civilisation Aegyptens sich bis in diese entfernten Gegenden hin erstreckt hatte. Man sieht dort verfallene Tempel, zerbrochene und weithin zerstreute Saulen und Granitstatuen in ziemlicher Anzahl, von denen manche noch ganz gut erhalten sind. Die Bewohner dieser beiden Ortschaften befassten sich hauptsachlich mit der Herstellung roter Ziegel, die sie in Chartum sehr billig, das Tausend fur einen Thaler (4,50 Francs), verkauften. Der Hauptling dieses Stammes hiess Abd el Ssałam.

Die Provinz Kordofan ist hauptsachlich von dem Stamme Kababisch bewohnt, dem reichsten und machtigsten Teil der Bevólkerung dieser Provinz. Ausserdem sind noch zu nennen die ’) Nepata lag yielmehr am Berge Barkal oberhalb Dongola. B. M.

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