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den Dank nicht nur der Europäer, ſondern auch eines großen Teiles der eingeborenen Bevölkerung erworben, die im Grunde weiter kei— nen Wunſch hatte als in Ruhe zu leben und möglichſt viel „ginẽh“ (Goldſtücke) zu ſammeln. Sie gewann bald eine gewiſſe Zuneigung zu ihm, die auf Gegenſeitigkeit beruhte. Denn auch Kitchener hatte für das Land, dem er ſeine beiſpiellos glänzende Karriere verdankte, ein aufrichtiges Intereſſe. Zumal für den Bauernſtand, deſſen gute Eigenſchaften er an ſeinen Soldaten und Arbeitern während der Sudankriege kennen und ſchätzen gelernt, hatte er ein Herz und war bemüht, ſeine materielle Lage zu verbeſſern, in erſter Linie ihn gegen die althergebrachte Auswucherung zu ſchützen. Freilich waren feine Maßregeln (wie das ſogenannte Fünffeddangeſetz) mehr gut gemeint als wirklich nützlich. Mit den Staatsfinanzen dagegen ging er in einer Weiſe um, die feinen Finanz- advisers wenig Vergnügen machen konnte; überhaupt war er in finanziellen Fragen, namentlich wenn ſie ſeine eigene Perſon betrafen, nichts weniger denn kleinlich.
Auch den politiſchen Wünſchen der Agypter zeigte er ſich ent— gegenkommend, indem er auf dem Wege zur Gewährung der Autonomie einen Schritt vorwärts tat. Seit Lord Dufferin hatte das Land an repräſentativen Inſtitutionen eine „Generalverſamm— lung“ und einen „gefeßgebenden Rat“ mit recht beſchränkten Be⸗ fugniſſen gehabt. Beide Inſtitutionen wurden im Juli 1913 er-ſetzt durch eine geſetzgebende Verſammlung, beſtehend aus 66 ge— wählten und 24 von der Regierung ernannten Mitgliedern. Damit aber ihre Beſchlüſſe der Regierung nicht unbequem werden 52