Sudan Archive

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ber an Kitchener ſchicken würde (recte: dürfte). Er zeigte ſich auch ohne ſolche der Situation vollauf gewachſen. Seine erſte Aufgabe war die Beruhigung des Landes. In kurzer Zeit gelang es ihm, die beiden feindlichen Ligen zur Auflöſung zu bringen. Mit dem nationaliſtiſchen Miniſterium wurde er ebenſo raſch fertig. Der geſinnungstüchtige Miniſterpräſident Muhammed Said bekehrte ſich nach einem ſchwächlichen Widerſtandsverſuche ſchnell und der unträtable Saghlul flog hinaus. Die Nationaliſten ſahen Kit— cheners zum Schlage erhobene Hand und wurden immer klein— lauter, ſo daß er größere Gewaltmaßregeln gar nicht anzuwenden brauchte. Nur einmal ſchlug er zu. Im Sommer 1912 wurde eine ſogenannte Verſchwörung entdeckt; ein paar Schüler und unreife Jungen hatten angeblich Verabredung gepflogen, Kitchener und den Khedive zu ermorden. Das Ganze war tatſächlich nichts weiter als ein Dummerjungenſtreich. Aber die Gerichte mußten die Sache todernſt nehmen und verurteilten in merkwürdigem Gegenſatz zu ihrem verbrecheriſchen Zögern vier Jahre früher die Jungen zu mehrjähriger Zuchthausſtrafe. Dieſe unverdiente Härte tat aber Wunder. Die Haupthetzer zogen es vor, den Boden zu räumen, als er ihnen nun zu heiß wurde, und ihre Helfer und Anhänger im Lande, beſonders die kapitalkräftigen, nahmen raſch ab, ſo daß der Agitation auch der finanzielle Boden entzogen wurde. Wenn unter Gorſt die Nationaliſten ſich rühmen konnten, achtzig Prozent der mohammedaniſchen Bevölkerung für ſich zu haben, ſo hatte Kit— chener in knapp einem Jahre ihre lärmende Agitation totgemacht und dem Lande die Ruhe wiedergegeben. Und damit hatte er ſich * 51

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