Sudan Archive

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Sein letzter Zuſammenſtoß mit der Türkei war die Taba-Si⸗ naiaffäre von 1905, die ſich über ein halbes Jahr hinzog und bei— nahe zum Kriege geführt hätte. Das Komiſche dabei war, daß niemand wußte, was der Zankapfel Taba eigentlich war, nämlich ein öder Sandplatz gegenüber von Akaba von etwa einem Quadrat⸗ kilometer Ausdehnung mit knapp einem halben Dutzend Palmen und einem Brunnen mit untrinkbarem Waſſer. Da die eigentlich ganz unbedeutende Affäre in ihren Anfängen wenig bekannt iſt, andererſeits ihre Behandlung durch Cromer ſeine Nervoſität in den letzten Jahren illuſtriert, ſo mögen einige Details darüber folgen, über die ich zum Teil als Augenzeuge berichten kann.

Im Frühjahr 1905 waren große türkiſche Truppentransporte von Syrien nach Akaba und von da weiter nach Jemen gegangen, wo im April Sanaa nach fünfmonatlicher Blockade an den Fmam verloren gegangen war. Akaba bekam dadurch erhöhte Wichtigkeit und eine ſtärkere Garniſon, deren Unterhalt ſich aber bald als ſehr ſchwierig zeigte. Ohne Befehl von Konſtantinopel hatte der Kommandant Ruſchdi Paſcha auf der Suche nach Weideplätzen das allerdings zur Sinaihalbinſel (alſo Agypten) gehörige Taba mit etwa fünfzig Mann beſetzt, wahrſcheinlich ohne ſich viel dabei zu denken, denn eine genaue Grenzabſteckung hatte in der dortigen Wüſte bis dahin nie ſtattgefunden. Die Nachricht hiervon, die im Januar 1906 nach Kairo kam, erregte große Aufregung. Cromer ſcheint damals große Angſt vor einer türkiſchen Invaſion in Agyp— ten gehabt zu haben. Es waren allerdings im ſüdlichen Syrien und im Hidjaz etwa 6000 Mann türkiſche Kerntruppen vorhan— 40

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