Sudan Archive

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erfahrungsgemäß weder zu der Bildung noch der Unparteilichkeit engliſcher Richter das nötige Vertrauen haben durfte. Dieſe Re⸗ formen des Gerichtsweſens ſollten die Grundlage oder den Über: gang zu der Autonomie bilden, die nach dem Wunſche der engliſchen Regierung Agypten verliehen werden follte. Freilich hat Lord Cromer nie verraten, wie er ſich dieſe Autonomie gedacht hat.

Vermutlich hat er ſelbſt nicht viel darüber nachgedacht, denn es iſt ſchwer ſich vorzuſtellen, daß ein Mann, der vierundzwanzig Jahre lang ein Land in einer ſo abſolut autokratiſchen Weiſe re— giert hat, wie kaum ein altorientaliſcher Deſpot, ſich auf ſeine alten Tage ernſtlich und ehrlich entſchließen würde, einen großen Teil ſeiner Machtvollkommenheit an die verachteten natives abzutreten.

Aber die Londoner Regierung hatte es beſchloſſen, und Cromers Stimme beſaß bei ihr anſcheinend nicht mehr das alte Gewicht.

Sein letztes Ziel, die Beſeitigung dieſes „Fluches des Inter— nationalismus“, ſollte er aber nicht mehr erreichen. Seit dem Jahre 1906 ging es mit ihm bergab. Die Überfülle der Macht war dem ungekrönten König von Agypten doch allmählich ſtark zu Kopfe geſtiegen und hatte eine Art Cäſarenwahn bei ihm zuſtande gebracht. Kein Wunder ſchließlich; er war, ohne es zu merken, von einer Clique ſyriſcher und levantiniſcher Schmeichler umgeben, die ihn von der Außenwelt immer feſter abſchloſſen. Wenn man in feinem Buche nachlieft (II, 189, was er ſelbſt über derartige Dinge dachte, muß man von der unbewußten Selbſtverhöhnung überraſcht ſein: Flattery is indeed a thorn in the side of the Englishman in Egypt, for it prevents Khedives and Pashas 30

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