ſchon eine Stunde vor Ablauf desfelben. Für die Beſchießung
mußte ſpäter der ägyptiſche Steuerzahler büßen und ſchwere Ent—
ſchädigungen, im ganzen 4341000 ägyptiſche Pfund S mehr als
90 Millionen Mark an Levantiner, Italiener, Malteſer, Eng:
länder und andere Leute zahlen, die dabei zu Schaden gekommen
ſein wollten und nun die Gelegenheit benutzten, ein Vermögen zu
machen. Erbauliche Details darüber bringt der Malteſer Jour—
naliſt Vizetelly in feinem Buch From Cyprus to Zanzibar. Daß die Zerſtörung der Stadt in der Hauptſache von dem eng—
liſchen Admiral durch die abſichtliche Verzögerung der Landung
verſchuldet worden iſt, haben einwandfreie Augenzeugen (z. B.
Prof. G. Schweinfurth) ſchon damals erklärt. Es folgte nun der
„Feldzug“ gegen Arabi Paſcha, den Führer der „Rebellenarmee“
und zwar nach dem bis ins einzelſte längſt feſtgeſtellten Plane
(Cromer J, 323, Anm. 2) vom Suezkanal her, obwohl dem her⸗
beigeeilten „querulierenden“ (I, 323) Erbauer feierlichſt verſichert
wurde, die Neutralität „ſeines“ Kanals ſolle reſpektiert werden.
Die „Rebellenarmee“ beſtand aus zirka 8000 Mann Soldaten,
etwa 10— 12000 zu Schanzarbeiten zuſammengetriebenen Bau—
ern und 1— 2000 militäriſch wertloſen Beduinen, unter ihnen
mancher Verräter. Der Führer Arabi hatte es zwar in ſechs
Jahren vom gemeinen Soldaten ſchon im zwanzigſten Lebens—
jahre bis zum Oberſtleutnant gebracht, aber ausſchließlich durch
die perſönliche Gunſt des Khedive Said Paſcha, denn vom Mi—
litär verſtand er gar nichts (ſeine Selbſtbiographie bei Blunt,
481); er war der Typus des ägyptiſchen Fellachen, mit einer ge⸗
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