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Aber was hilft das ihnen? Sie stehen ja einer gegen vier. Schon um zehn Uhr morgens ist die Schlacht von den Italienern verloren.
General Baratieri, auf dessen Kopf ein Preis von dem Negus ausgesetzt war, rettete sich mit Mühe vom Schlachtfelde. Die Verluste der Italiener an diesem Unglückstage waren ganz enorme. Tot zwei Generäle : Dabormida und Arimondi, 360 Offiziere, 10,000 Soldaten; dazu die Schwerverwundeten und die Gefangenen. Erbeutet vom Feinde wurde die ganze Artillerie und 11,000 Gewehre, da auch die Fliehenden ihre Waffen wegschleuderten. Die geringen Trümmer dieser zermalmten Armee vermochten erst in großer Entfernung von der Unglücksstätte sich wieder zu sammeln. Aber noch bedeutender wären alle diese Verluste geworden, hätten die Abessynier über eine Kavallerie verfügt, oder hätte der Negus sich entschließen können, wozu die Generäle so dringend rieten, wenigstens seine berittene Leibwache zur Verfolgung des Feindes herzugeben. An ein Entkommen auch des Bestes der Flüchtlinge wäre dann sicher nicht zu denken gewesen.
So endete diese Schlacht vom 1. März 1896 bei Adua, welcher die Italiener auch den Namen geben der Schlacht bei Abba-Garima, nach dem Berge, an dessen Fuß sie stattfand.
Eine, in Wirkung dieser Niederlage ausbrechende, Panik ergriff ganz Erythräa. Die Bewohner rafften ihre Habe zusammen, und flohen den befestigten Plätzen, sowie der Küste, zu. In der Tat, Menelek stand damals das ganze Gebiet der Kolonie offen. Hätte er nur ein genügendes Verpflegungssystem, und damit ausreichenden Proviant für seine Truppen gehabt ! Nun aber fehlte dieser, und er sah sich zur Rückkehr gezwungen.
Just am Tage der verlorenen Schlacht bei Adua war Baratieris Nachfolger, General Baidissera, in Massäua eingetroffen, um dieses, nun wenig beneidenswert gewordene, Erbe anzutreten. Auch im Mutterlande empfand man schwer die erhaltenen Schläge.
Crispi sah sich gezwungen, seine Entlassung zu nehmen. Vom Norden bis zum Süden der Halbins el sprach die öffentliche Meinung in den schärfsten Protesten gegen die Fortsetzung dieses afrikanischen Krieges sich aus. Der neue Kabinettschef Rudini bemühte sich daher um einen möglichst ehrenvollen Frieden mit Abessynien, worin der General Baidissera und der Gesandte Cico di Cola ihn wirksam unterstützten. Dieser Friede wurde abgeschlossen in der Hauptstadt Meneleks, zu Addis-Abeba, und zwar unter dem maßgebenden Gesichtspunkte, daß, nach Aufhebung des Vertrages von Utschalli, Italien jeder Prätension eines Protektorates über Abessynien entsagte. — In Rom beschloß man, Erythräa zwar zu halten, aber in beschränkten Grenzen; und die jährlichen Ausgaben für die Kolonie auf 9 Millionen Lire zurückzusetzen. Die westliche Grenzstadt Kassala, welche die Italiener 2 y2 Jahre hindurch überaus tapfer und höchst ehrenvoll gegen 70