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aÜe dem Islam ergeben. Doch nirgends sieht man eine Moschee. Ersatz für solche finden die Leute in einem Kreise lose nebeneinandergeschobener Steine, unter welchen ein größerer, aufrechtstehend, die „Kibla“, das heißt die Richtung nach Mekka hin bezeichnet. An dem offen gelassenen Zugänge in diesen Kreis weht, getragen durch einen kurzen Mast, ein schlichtes weißes Tuch, als Flagge. Das ist ihre Moschee ! Und doch werden diese Gebetsplätze, trotz ihrer Einfachheit, wie ich beobachtete, fleißig aufgesucht Der innere Lebensdrang des Islam scheint so stark zu sein, daß er keines äußeren Reizmittels bedarf, um sich auf seiner Höhe zu erhalten.
Mit Hilfe des klaren Mondlichtes marschierten wir noch ein beträchtliches Stück und schlugen dann, 8 Uhr abends, in völlig einsamer Gegend unser Lager auf, etwa 20 Kilometer von Sabderat entfernt. Diese Gegend ist überaus reich an Haifa (Stipax tenacissima), diesem vorzüglichen Materiale für Papierfabrikation.
Da wir an diesem Morgen zwei Antilopen geschossen hatten, so war unsere Küche überreichlich versorgt. Für meinen Tisch richtete der Koch einen Rücken dieser Tiere her, der über Kohlenfeuer am Spieße gebraten, vortrefflich schmeckte.
Es war 11 Uhr, als alles befriedigt und satt war, und wir unsere Nachtruhe fanden.
Am nächsten Morgen stand ich bei den erloschenen Feuern, während aufgepackt wurde. Da bemerkte ich, wie meine Asker von der Holzasche etwas in Säckchen sammelten und dort mit den zerkleinerten Blättern ihres Tabaks mischten. Sie behaupteten, diese Mischung, in den Mund genommen und zerkaut, unterhalte die Feuchtigkeit der Schleimhäute und rege den Appetit an. Dagegen fand ich das Tabakrauchen unter den hier lebenden Arabern sehr wenig verbreitet. Nach Überschreitung der Flüsse Igjoje, Azerdy, Pitey, Ideschalot gelangten wir um 11 Uhr an das Ufer des breiten Sabderat. Der letztere gehört bereits zum Flußgebiete des großen Atbarastromes, der sein Wasser in den Nil ergießt. Am rechten Ufer des Sabderat liegt das letzte italienische Telegraphenhäuschen; denn hier befinden wir uns hart an der Grenze zwischen Erythräa und dem ägyptischen Sudan.
Als ich mich, noch auf italienischem Boden, unter dem Schatten eines Aebenbaumes auf einer über die Erde ausgebreiteten Wollendecke gelagert hatte, erschien der arabische Schech des Distriktes, und brachte mir zur größeren Bequemlichkeit sein Angareb, das heißt ein mit feinen Lederriemen überflochtenes Ruhebett. Außerdem überreichte er uns zum Geschenk ein Schaf. Ich bot ihm als Gegengabe fünf Franks, den doppelten Preis eines solchen Tieres in dieser Gegend an; allein er schlug das Geld, höflich dankend, aus. Nun große Verlegenheit meinerseits! Ich besaß in meiner 50