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KAPITEL IX.
Von Cherü bis Kassala.
Den Rasttag auf der Telegraphenstation Cherü benutzte ich zu schriftlichen Arbeiten und zu photographischen Aufnahmen unseres Lagers sowie der Umgegend. Meine Leute aber verwandten die Ruhe zum Ausbessern ihrer Sättel, und ihrer Sandalen, oder zur Jagd.
Freitag früh um Q ] /2 Uhr erfolgte der Ausmarsch mit ausgeruhten Tieren. Der Charakter der Landschaft blieb sich gleich. Es waren von Nordost nach Südwest streichende Bergketten mit dazwischen gelagerten breiten Hochebenen, welche wir durchschnitten. Die letzteren, mit Hochstämmen und Sträuchern reich besetzt, machten den Eindruck eines gefälligen Parkes, durch welchen der glatte, steinfreie Reitweg sich hinzog.
Ja, man hätte hier mit einem Wagen fahren können, wären die schwierigen Flußübergänge nicht gewesen, und deren gab es viele. Wir überschritten am Vormittage den Kadäu-Kadäu, den Hamijim, den Hauascheytalag, den Uacai und am Nachmittage den Aradib und den Tabalascha, sämtliche Füsse noch zum Quellengebiete des Barca gehörend. Am Ufer des Uacai hielten wir die Mittagsrast. Hier waren um die aufgegrabenen Brunnen zur Tränke versammelt ausschließlich Kamele und zwar etwa 3000 Stück nebst ihren Jungen, alles ausgezeichnete Tiere. Es war ein prächtiger Anblick. Der Preis eines guten Kamels beträgt hier 100 Maria Theresia-Taler. Die Hirten brachten, unaufgefordert, uns die Milch ihrer Kamele in gelben Kürbisschalen (Kara), um als Gegengabe einige Schwefelholzschachteln zu erbitten. Ich trank meinen Thee an diesem Tage unter Zugabe dieser Milch, und fand ihn, so gemischt, besonders schmackhaft. Neben den Beni-Amr wohnen in diesen Breiten folgende arabische Stämme : die Baria, die Kunama, die Alghcden, die Sabderat, die Halanga, Sclioenfeld, Erythräa. 4 49