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meiner Abreise auf der Zitadelle abgeholt, um einen Spazierritt in meiner Gesellschaft zu machen. Wir besuchten unter anderem den Garten der katholischen Mission der Kapuziner, in welchem sowohl die Abteilung für Gemüse, als die für Fruchtbäume, meine Bewunderung erregte durch die Sorgfalt der Kulturen, wie auch durch die aus dem fruchtbaren Erdboden gewonnenen Erträge. Man servierte uns dort eine sehr zarte, melonenartige Frucht, gepflückt aus dem Gipfel des hohen, der Dattelpalme nicht unähnlichen Melonenbaumes. Von den Eingeborenen wird dieselbe „Papaja“ genannt. Die Praxis der katholischen Mission ist es, wie ich auch anderwärts fand, ihre Pflegebefohlenen mehr zur Arbeit und einem geordneten Wandel, als zur dogmatischen Erkenntnis zu erziehen, was wohl unbedingte Zustimmung verdient.
Am Abend speiste ich wiederum im Kasino der Offiziere des vierten Battaglione Indigeni, und man hatte mir zur Ehre das Musikkorps, lauter farbige Soldaten, bestellt, welche vor den geöffneten Glastüren unseres Speisesaales ihre lustigen Weisen an Märschen und Tänzen in die laue Abendluft hinausschmetterten.
Dann verabschiedete ich mich von diesen liebenswürdigen Herren, um am nächsten Morgen in aller Frühe aufzubrechen. Es war drei Uhr, als der Wächter an unsere Türe klopfte ; um vier Uhr war der Thee eingenommen, die Kamele beladen, die Maultiere gesattelt. Gegen fünf Uhr setzte sich die Kolonne in Marsch. Nacht lag noch über den Bergen. Das scharfe Auge der Naturkinder durchdrang das Dunkel. Meinem Maultiere aber ging einer der Zeltwächter mit einer angezündeten Laterne vorauf. Da erhob sich, nach kurzer Dämmerung, die Sonne. Es war sechs Uhr. Sie beleuchtete eine wilde Felsengegend. Der Weg, ein Naturpfad, hatte nur hier und dort die leichte Nachhilfe durch Menschenhand gefunden. Wagen hätten hier gewiß nicht mehr fahren können; doch für Maultiere und Kamele war der Pfad durchaus gangbar.
Wir steigen hinab in das Tal des Flusses Agat, um lange Zeit seinem Laufe zu folgen. Er ist zur Zeit vollkommen trocken, doch, daß er in den Regenmonaten weit über seine Ufer tritt, beweisen die in seinem Überschwemmungsgebiete angelegten Durrapflanzungen, welche ihn begleiten.
Indessen menschliche Wohnungen fehlen. Jene Pflanzer sind Nomaden, welche in beweglichen Zelten wohnen. Und, um andere Weideplätze für ihr Vieh aufzusuchen, haben sie, nach eingesammelter Ernte, längst ihre braunen Wohnungen aus Ziegenhaaren abgebrochen. So macht die Gegend einen fast verlassenen Eindruck. Doch, an Wanderern fehlt es nicht! — Da sitzt am Wege eine Gruppe von Negern rings um einen Napf von Durrabrei und frühstückt. Sie geben an, daß sie aus „Schakka“ in Där-Für kommen und nach Mekka wollen.
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