Sudan Archive

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sechs Maultieren, sowie aus elf Bediensteten. Da die Soldaten mit Karabinern bewaffnet waren, die beiden gemieteten Wächter gleichfalls von der Regierung in Cheren Schußwaffen erhalten hatten und meine beiden Diener Doppelflinten trugen, so hatten wir acht Schüsse in Bereitschaft, während die drei Kameltreiber jeder mit Speer und Schild bewaffnet waren.

Diese kriegerische Ausrüstung könnte auf eine Unsicherheit der Straßen in Erythräa schließen lassen. Allein, eine solche besteht durchaus nicht! Man reist hier zu Lande mit der gleichen Sicherheit, wie in Deutschland; ja mit einer größeren, weil hier das Verbrechertum, dieses Produkt einer überreizten und falschgerichteten Kultur, fehlt. Unsere Waffen wurden auf dem Marsche nur zu Jagdzwecken benutzt. Und meine Leute entwickelten eine mir sogar zu lebhafte Jagdlust, was uns oft genug aufhielt. Denn der Reichtum an eßbarem Wilde in dieser Gegend, zum Beispiel Gazellen, Perlhühner, Hasen und wilde Tauben, ist ein sehr großer. Die Marschordnung unserer Karawane war in der Regel folgende. An der Spitze zwei farbige Soldaten auf Maultieren, zugleich als Wegweiser dienend. Dann die beiden abessynischen Wächter zu Fuß, ihre Büchsen über die Schulter geworfen. Dann ich, mit Hassan zu meiner Linken. Dann die fünf mit meiner Bagage und den Wasserschläuchen belasteten Kamele, ein jedes durch ein längeres Seil geknüpft an den Schweif seines Vordertieres, um ihr Ausbrechen aus der Linie zu verhindern, wozu diese Tiere große Neigung haben. Das Leitseil des ersten Kameles hält in der Hand der Schech Mohammed, welcher in stolzer Haltung voranschreitet. Denn er ist der Eigner der kräftigen Tiere. Sein Haupt umwindet ein weißer Turban. Sein Oberkörper, kaffeebraun gefärbt, ist nackt. Ein leichtgefaltetes, weißes Tuch deckt ihn vom Gürtel bis zum Knie. Seine Füße schützen selbstgefertigte Sandalen. Zur Seite der anderen Tiere schreiten die beiden Beni-Amr. Diese waren nach Landessitte sorgfältig frisiert, gingen aber sonst fast ganz unbekleidet. Auf dem letzten Kamele sitzt mein zweiter Diener Mursi. Es ist seine Pflicht, darauf zu achten, daß keines unserer Gepäckstücke aus den Fangnetzen gleite. Zum Schluß reiten wieder zwei farbige Soldaten.

In dieser Marschordnung bewegte sich in der Regel die Karawane, und zwar im Schritt, oder im leichten Trabe. Mit dieser Gangart waren wir imstande, täglich 40 Kilometer in Bequemlichkeit zurückzulegen.

Zumeist wurde mit Sonnenaufgang, um 6 Uhr, aufgebrochen. Nach fünfstündigem Marsche, um 11 Uhr, wurde in einem Wäldchen, oder in der Nähe eines Brunnens abgesattelt, um so, während der größten .Tageshitze, im wohltuenden Schatten, bis zwei Uhr zu verweilen. Dann erfolgte Fortsetzung des Marsches bis 5 Uhr, zu welcher Zeit das Lager für die Nacht aufgeschlagen und bezogen wurde.

Der Kommandant Gallina Guiscardo hatte mich am Nachmittage vor 3G

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