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KAPITEL VI.

Von Cheren nach Agordat.

In Cheren ist für den Reisenden eine durchgreifende Änderung in seinen Transportmitteln erforderlich. Hatte bisher die italienische Regierung in großer Liebenswürdigkeit Wagen und Maultiere aus ihren Depots mir zur Verfügung gestellt, so horte diese Hilfeleistung in Cheren auf. Denn hier endet zur Zeit die von Massäua ins Innere führende Kunststraße, und mit ihr der auf derselben unterhaltene Transportdienst für die Organe der Regierung, oder deren Gäste. In Cheren entstand also für mich die Notwendigkeit, aus eigener Initiative und auf eigene Rechnung eine Karawane für den Weitertransport zusammenzustellen. ' Doch muß ich sofort hinzusetzen, daß in Bezug auf die Auswahl der Leute und der Transporttiere, sowie auf die Festsetzung der Preise, die Regierung durch ihren Kommissar in Cheren in wirksamster Weise mich unterstützt hat.

Ich kaufte für meinen persönlichen Dienst zunächst ein junges Maultier abessynischer Zucht um den Preis von sechs Pfund Sterling, mietete dann ein zweites für meinen Diener Hassan um den Tagespreis von zwei Franks und außerdem fünf Kamele nebst drei Treibern. Letztere wurden für die Strecke gedungen und erhielten bis Kassala 23 Maria Theresia-Taler. Da dieses ein Weg von 187 Kilometern ist, so muß der Preis als ein sehr mäßiger bezeichnet werden. Außerdem verstärkte ich meine Dienerschaft durch zwei Abessynier, welche die Pflicht hatten, zur Nachtzeit als Zeltwächter zu dienen. Diese erhielten ein jeder täglich zwei Franks Lohn. Endlich stellte mir der Kommandant, kostenlos für mich, eine Ehrengarde von vier berittenen Soldaten zu meiner Begleitung bis nach Agordat.

Auf diese Weise bestand meine Karawane nun aus fünf Kamelen und 3 * 35

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