Sudan Archive

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über Stein und Dornbusch geschleudert wurde, was ihr sehr erhebliche Verletzungen im Gesichte zuzog. Um 3 Uhr nachmittags kam ich, nachdem wir 42 Kilometer zurückgelegt hatten, in meinem Nachtquartiere Az-Teclesan an, einem kleinen Dorfe, von Abessyniern bewohnt. Neben ihm hat die Regierung ein Unterkunftshaus für Reisende erbaut, welches vier mit dem Erforderlichsten ausgestattete Zimmer enthält.

Ein zweites Häuschen, belegt mit zwei italienischen Soldaten, dient als Telegraphenstation. Dann ist noch dort ein geräumiger Stall für Maultiere. Zur Versorgung derselben sind acht Asker kommandiert, welche zugleich den Postdienst versehen, außerdem werden vier als Polizisten verwandt.

Neben der Station hält seinen kleinen Laden ein Grieche, welcher auch eine einfache Mahlzeit auf Bestellung liefert. Nach meiner Ankunft wurde mir durch einen der italienischen Soldaten sogleich ein Zimmer geöffnet, in welchem ein sauber überzogenes Bett, ein Waschapparat mit frischem Wasser und ein Tisch nebst Stuhl standen.

Eine Stunde der Ruhe sowie ein Halbbad waren überaus willkommen. Nach kurzer Zeit trafen zwei andere Gäste aus Asmara ein, Major Martinelli und Kapitän Giovanni Tornari. Beide Herren reisten gleichfalls nach Kassala, betraut mit einer diplomatischen Sendung, um dort mit den benachbarten Engländern Detailfragen der Grenzbestimmung zu erledigen. Major Martinelli war mir aus der Schiffsgesellschaft her bekannt.

Kapitän Tornari führte sich in deutscher Sprache bei mir ein. Beide Herren hatten bei dem Griechen bereits ein Abendessen bestellt und luden mich zu Gaste. Wir speisten trotz der einfachen Verhältnisse außerordentlich gemütlich und bei lebhaftester Unterhaltung. Inzwischen war auch mit meinem Gepäck meine fliegende Küche eingetroffen, und Hassan servierte uns aus meinen Vorräten zum Schluß des Tages einen gut zubereiteten Thee nebst englischem, aus Kairo mitgebrachtem Gebäck und Marmelade. Der nächste Morgen fand uns um 8 Uhr wieder auf dem Wagen. Die Herren Militärs, welche ritten, waren samt ihrer Suite bereits voraus. Heute wurde die Landschaft um vieles schöner. Der Weg stieg zu Tälern hinab, welche mit reichstem Baumwuchs geschmückt waren. Vorherrschend tritt die Euphorbia candelabrum auf, und, da sie an ihren jungen, zum Himmel gestreckten, hellgrünen Zweigspitzen bereits amarantrote, große Blüten treibt, so nehmen die Bäume sich aus wie flammende Kandelaber, welche die Straße einfassen. Zur Euphorbia gesellt sich der Affenbrotbaum, genannt Adansonia, nach seinem französischen Entdecker. Dunkelbelaubte, hohe, weitausgreifende Kronen auf Stämmen nicht selten von 14 Metern Umfang.

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