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Die Abessynier sprechen das Amhara, während die Beni-Amr das Arabische reden.
Es war mir sehr interessant, in der Kirche der schwedischen Mission zu Asmara einem für mich veranstalteten kleinen Konzerte beizuwohnen, in welchem etwa 40 junge Abessynier, übertragen auf Amharatexte, deutsche Melodien vortrugen, zum Beispiel: „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ und „0, du fröhliche, o, du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit.“ Die gefalteten Hände, die Innigkeit in den Mienen während des Gesangsvortrages machten einen gewinnenden Eindruck und ließen auf innere Anteilnahme schließen. Neben den Beni-Amr und den Abessyniern zeigen als Einwanderer von Westen her sich auch die Neger, obwohl in diesen Strichen noch vereinzelt.
Uns begegneten zahlreiche Trupps dieser verschiedenen Rassen mit Weib und Kind, die meisten zu Fuß; nur einige waren beritten. Manche hielten aus Bast geflochtene kleine Sonnenschirme über ihre nacktgeschorenen Köpfe.
Der, meinem Wagen voranreitende, Askari winkte ihnen mit seinem Stabe schon von weitem. Dann traten die Leute ab vom Wege, machten Front und die Männer verneigten sich fast bis zur Erde. Reiter waren dabei abgestiegen und stellten sich neben ihren Tieren auf. Frauen und Kinder dagegen drückten sich scheu seitwärts.
Diese dem Europäer seitens der Eingeborenen entgegengebrachte Ehrerbietung ist für manchen eine Versuchung. Ermangelt er der Herzensbildung, so ergreifen ihn leicht Stolz und Hochmut, welche diesen schmiegsamen Landeskindern gegenüber zuweilen in Akte der Brutalität ausarten.
Ob hinter der Miene äußerer Devotion auch stets das Gefühl der Loyalität wohnt, läßt sich schwer feststellen. Auf meine diesesbezüglich an den Herrn Generalgouverneur gestellte Frage antwortete dieser, daß die Regierung sich mehr verlassen könne auf die Treue der Moslimim als auf die der koptischen Christen Unsere Straße, nur einspurig angelegt, ist auf dieser Strecke nicht so bequem fahrbar, wie die zwischen Asmara und Massäua. Die nach Westen zu sich streckende Hälfte derselben, nämlich zwischen Cheren und Az-Teclesan, ist ein Werk noch des Generals Baratieri, die östliche dagegen, zwischen Az-Teclesan und Asmara, ein Werk des gegenwärtigen Generalgouverneurs Martini.
Bei seiner Schmalheit und seinen scharfen Wendungen muß dieser Weg mit Vorsicht befahren werden. Ein italienischer Offizier, welcher mit seiner Frau an demselben Tage diese Straße zog, hatte das Unglück, den Wagen umzuwerfen, wobei die Dame 15 Meter weit den Abhang herunter 29