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leichten Leiterwagen, mit je zwei Maultieren bespannt und war begleitet von vier Soldaten.
Der Weg nach Cheren beträgt 96 Kilometer, zerlegt sieb also in zwei Marschtage. Er hat, wenn auch mit den Bergen auf- und absteigend, gleichwohl eine fallende Tendenz, weil Cheren um ca. 1000 Meter tiefer als Asmara liegt. (Asmara 2400, Cheren 1426 Meter über dem Meeresspiegel.) Die Landschaft der Hochebene von Asmara, welche wir zunächst durschneiden, trägt hei allem Sonnenschein einen noch winterlichen Charakter. Denn laublos steht mancher Busch, und die Erdfläche ist braun. Erst im Juni, bei den eintretenden Regen, erscheint das Laub, und es überzieht sich das Feld mit frischem Grün.
Indem nur hier und da ein umgebrochenes Ackerstück oder ein Stoppelfeld von Durra an Versuche im Ackerbau erinnern, tritt die Viehzucht in dieser Gegend breit und sicher auf. Viele Rinder- und Schafherden weiden noch draußen, und sie müssen zwischen den abgestorbenen Halmen ein ausreichendes Futter finden, denn ihr Körper ist rund und ihr Fell glatt, beides Zeichen guter Ernährung.
Die Rinder, von großer Figur und stark gehörnt, tragen einen Fettbuckel senkrecht über den Vorderbeinen, da, wo Hals und Rumpf sich zusammenschließen. Die Schafe, langohrig und ungehörnt, sind an Farbe schwarz, weiß, rehbraun; selten gesprenkelt. Die Eigner und Hirten dieser ziemlich zahlreichen Herden sind die Beni-Amr, große, schlanke Gestalten, von dunkelbrauner Farbe, das lange schwarze Haar sorgfältig in Locken abgeteilt und stark durchfettet. Ihre Kleidung ist eine kurze, grauleinene Kniehose, und dann ein weißes Leinentuch, meist mit einem breiten roten Streifen durchwirkt, über die nackte Schulter geworfen. Köpfe und Füße bleiben stets unbedeckt. Sie sind Einwanderer von Osten her, haben arabisches Blut in ihren Adern und bekennen sich zum Islam.
Scharf unterscheiden sich von ihnen die Abessynier, welche von Süden her einwanderten. In Tracht und Beschäftigung jenen gleich (auch sie sind meistens Viehzüchter), haben sie einen kleineren Körper, hellere Hautfarbe, intelligentere Gesichtszüge und stets glattgeschorene Köpfe. Als koptische Christen bekennen sie ihre Religion offen, indem sie sämtlich eine Schnur von blauer Seide oder Wolle um den Hals tragen, an welcher bei den Armen nichts, bei den Wohlhabenden ein Silberring, bei den Reichen ein Kreuz in Gold oder Silber bis auf die Mitte der Brust herabhängt. Männer, Weiber und Kinder nehmen teil an dieser Sitte. Außerdem lassen sie die Spitze des Kegeldaches ihrer Hütten gern in ein Kreuz auslaufen. Wie ihre Wohnhäuser, so sind auch ihre Kirchen, mit wenigen Ausnahmen, stets kreisrund angelegt, inwendig aber sehr schwach beleuchtet und von dürftigster Ausstattung.
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