gleiten, damit erforderlichenfalls jedes etwa dort eintretende Hindernis
meiner Weiterreise durch dessen Eingreifen beseitigt werden könnte. Wir passierten nun die Stationen Edgaberei, Otumlo, Moncullo,
Amassat, Dogali und liefen um l l
/2 Uhr abends in Majatäl ein. Hier trat
uns der Stationsvorsteher mit der Meldung entgegen, daß der Wagen des
Herrn Generalgouverneurs für mich aus Asmara angekommen sei und
bereitstände
; für meine Diener waren zur Stelle zwei gesattelte Maultiere und außerdem zwei bespannte Lastwagen für mein Gepäck. Die Führer
derselben waren farbige Soldaten. Da während der Fahrt eine Verpflegungsstation nicht sobald anzu-
treffen war, empfahl sich gleich hier die Einnahme eines Imbisses. In
einem nahen Restaurant hielt ein Italiener Brauchbares feil. Herrn Schimper
lud ich ein, mein Gast zu sein, und bald darauf erschienen Suppe, Eier-
speisen, Fische und Thee mit Gebäck auf dem Tische.
Der Abend zeigte sich ziemlich finster, als ich um 9 Uhr meinen Wagen bestieg. Es war ein leichtes Kabriolett mit zwei starken Maul-
tieren bespannt. Ihr Lenker war der Abessynier Svasin, welcher ein ge-
ladenes Gewehr zwischen seinen Knien hielt. Mursi war mit der Gepäck-
kolonne bereits voraufgegangen, und mein erster Diener Hassan, die Doppel-
flinte über dem Rücken, folgte meinem Wagen auf seinem Maultiere. La-
ternen brannten am Kutschersitze und beleuchteten ausreichend den Weg, Wir legten ihn ohne Gefahr zurück, und erreichten eine halbe Stunde nach
Mitternacht die Station Sabarguma, wo frische Maultiere eingespannt wurden.
Eine erleuchtete Herberge mitten im Hochwalde, darin ein freund-
licher italienischer Wirt, der noch wach ist! — Meine Leute nehmen mit
mir einen wärmenden Trunk, denn die Nacht ward kühl. Da indessen die Schlafgelegenheit in dieser kleinen Herberge zu
dürftig ist, so beschließe ich die Weiterfahrt, zumal Sabarguma eine be-
rüchtigte Fiebergegend ist. Nun geht es weiter durch den schweigenden Wald, dessen Stille nur
das Aufklappen der Hufe, hier und da der Aufschrei eines wilden Tieres und einige Worte, gewechselt mit Svasin, der des Arabischen mächtig ist,
unterbrechen. Wie dunkle Silhouetten gleiten Busch und Baum, durch die
Wagenlaternen matt erhellt, an uns vorüber. Um fünf Uhr morgens sind
wir endlich in Ghinda, einem in einem Waldkessel liegenden Städtchen. Es dämmert.
Hier beschließe ich, einige Stunden zu rasten. Elisa Mirabella aus
Kalabrien, die Wirtin eines kleinen Hotels, öffnet, noch etwas schlaftrunken,
auf unser Klopfen ihr Haus; richtet dann aber schnell ein reinliches Bett
her, und erquickender Schlaf bis neun Uhr morgens, nebst darauf folgendem
Thee, stärken mich zur Weiterreise. Ghinda ist ein vollkommenes Paradies. In der Mitte zwischen Massäua
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