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mohammedanischen Geistes in Afrika gegen solche europäische Umstrickung. x ) Die Staaten des Islam befinden sich heute im Zustande der Schwäche. Auf eine, viele Jahrhunderte umfassende, glänzende Geschichte, welche, nicht minder durch die Pflege der Wissenschaften, wie durch Waffenerfolge, sie damals an die Spitze auch der abendländischen Völkerfamilie stellte, ist eine Zeit des Niederganges gefolgt. Der Grund für solchen Niedergang ist zu suchen in einem inneren Umwandlungs-Prozesse dieser orientalischen Völker, wachgerufen durch den, von Europa aus auf sie eindringenden, Skeptizismus. Die Neigung, europäische Kulturelemente in sich aufzunehmen, begann dort und verstärkte sich mit dem wachsenden Übergewichte unserer Industrie, unseres Handels, unserer Erfindungen, unserer Finanzwirtschaft, unseres sich ausbreitenden Weltverkehres.
Doch, es haben überwundene Völker, nach dem Zeugnisse der Geschichte, von ihren Siegern selten zuerst ihre Tugenden angenommen, sondern zunächst ihre Fehler. Auch die islamitische Völkerfamilie unterlag diesem Geschick. Man entnahm der von Westen her kommenden Kultur, was der Eitelkeit und dem Wohlleben, der Sinnlichkeit und der Zerstreuung, der Zweideutigkeit und der Verschwendungssucht diente; nicht aber eignete man sich an den Kern unserer Bildung, als, das ernste und gründliche Forschen nach Wahrheit, den Fleiß einer anhaltenden und unermüdlichen Arbeit, die gewissenhafte Treue im Kleinen, wie im Großen, und besonders nicht eine unbestechliche Handhabung des Rechtes.
So vollzog sich denn ein Assimilations-Prozeß, der auf halbem Wege stehen blieb, der, indem er von den Fremdlingen das Nachteilige und das ’) Durch die übereinstimmende Darstellung der Missionare, welche im Oriente arbeiten, wird folgende Tatsache bekundet: „Es regt sich der Mohammedanismus gegenwärtig gewaltig, um dem Eingüsse des Christentums entgegenzuarbeiten.“ — Bericht über die „Basler Festwoche“ in der No. 30 des Jahrg. 1904 des „Christen-Boten.“ Stuttgart. — Diesem Zeugnisse ist noch folgendes hinzuzufügen! — Die gegenwärtig im Bau begriffene und bereits bis Maan fertiggestellte, „Hedschas-Bahn“, welche, in einer Entfernung von ca. 1700 Kilometern, Damaskus mit Mekka zu verbinden hat, und zu deren Kosten die gesamte, an den Propheten glaubende, Welt bis tief nach Indien hinein, und zwar mit der größesten Begeisterung, beiträgt, soll in der Hauptsache den Pilgertransporten nach Mekka dienen. Sie ist also, vor allem, ein religiöses Unternehmen. Nach ihrer auf das Jahr 1912 angesetzten Vollendung wird sie, ohne Frage, sehr erheblich zur Stärkung des Islam beitragen.
Diese Erwartung bestätigen auch öffentliche Stimmen aus der mohammedanischen Welt, wie z. B. die Äußerung eines ägyptischen Journals, welches sagt: „Diese Bahn nach Mekka hin bedeutet für die religiöse Welt des Islam ganz dasselbe, was der Suez-Kanal bedeutet für die Welt des ökonomischen Verkehrs“ ! — 16 * 243