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nur so lange, bis Ägypten, unter der erziehenden Hand Englands, dahin gekommen sein werde, ein zuverlässiger Wächter an dem so wichtigen Kanal-Ufer zu sein.
Allein, die Welt will an diese uneigennützige Erzieherrolle Englands nicht so recht glauben. Man zweifelt, daß die Zeit je kommen werde, wo England aus eigenem Antriebe die Erklärung abgeben sollte: „Ich überlasse einem wiedergeborenen Ägypten fortan die eigene Entscheidung über sein Schicksal“ ! — Und ein englischer Historiker stellt sich unumwunden auf die Seite der Zweifler. Er sagt: „If the work was left in the hands of native officials, not „subject to British authority, the old abuses would revive at once.“ 1 ) Es hängt ja die Gestaltung der ägyptischen Frage eng zusammen mit der Verteilung des europäischen Einflusses über die gesamte Nordküste Afrikas. 2 ) Die Barbaresken - Staaten, welche ehemals den Südrand des mittelländischen Meeres inne hatten, und den größesten Teil seiner Wasserfläche mit ihren Korsarenschiffen beherrschten, sind im Verschwinden begriffen.
Algerien befindet sich ganz in Frankreichs Händen. Tunisien zeigt uns die völlig machtlose Regierung des Bey unter Frankreichs, ihm aufgenötigtem, Protektorate.
Auf Marokkos östlicher Grenze sucht Frankreich eifrig nach einer Einfalls - Pforte, um gelegentlich auch den Besitz dieses Landes sich zu sichern, dabei eifersüchtig von Spanien überwacht.
Tripolitanien, ein türkisches Wilajet, wird offen begehrt von Italien. So bleibt von dem Gesamtstreifen der afrikanischen Nordküste übrig nur noch Ägypten.
Wir müßten uns sehr wundern, wenn die europäische Hand, welche bereits darauf sich legte, nicht eine festzugreifende würde; zumal der Grundsatz aufgestellt worden ist, daß dem Besitzer der Küste auch das entsprechende Hinterland gebühre, bis hinein in das Herz des Weltteiles.
Dieses Hinterland Ägyptens ist aber der ägyptische Sudan, hinaufreichend bis zu den Quellen des Weißen Nils. Von hier aus sucht die britische Regierung die Verbindung mit ihren Kolonien am Cap der Guten Hoffnung. Die Schaffung eines Verkehrsweges von diesem Punkte aus, reichend bis zu den Mündungen des Nils, ist ein politischer und kommerzieller Traum Englands ! — Wird er sich erfüllen? — Ein Hindernis könnte ihm entstehen in der Massenerhebung des fl Edw. Dicey: „The story of the Khedivate“, pag. 52 5. — London 1902. — 2 ) Es braucht hier nur erinnert zu werden an den, unlängst abgeschlossenen, französisch-englischen Vertrag, bezüglich Marokkos und Ägyptens.
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