bäume. Da dieses Eiland nur zwei Kilometer von Massäua entfernt liegt,
so würde dasselbe, dank seiner frischen Vegetationsdecke, zur Anlage einer
Villegiatur sich vortrefflich eignen, wenn es nur Trinkwasser besäße. Dieses
fehlt freilich auch in Massäua und Taolud. Hier indessen wird der Bedarf
gedeckt durch eine seiner Zeit von Munsingher angelegte Leitung, welche von dem zirka 20 Kilometer entfernten Moncullo Wasser zuführt. Dieses
ist jedoch brackig und kann nur zu Reinigungszwecken benutzt werden.
Als Trinkwasser wird allgemein verwendet destilliertes Meerwasser, welches,
in einem Etablissement auf der Halbinsel Gehrar hergestellt, nach Massäua
hinübergeleitet und hier verkauft wird, 100 Liter zum Preise von 1,40 Franks.
Dieselbe Fabrik liefert auch künstliches Eis, 1 Kilo zu 30 Cents. Nach beidem ist begreiflicherweise eine starke Nachfrage, da die außerordentliche
Hitze den Durst und das Bedürfnis nach Kühlung steigert. Zur Zeit besitzt die Insel Schech-Said nur ein einziges Gebäude und
einen einzigen Einwohner. Es ist die von einem Wächter gehütete Grab-
kapelle des Heiligen gleichen Namens, dem in einem wenig geschmückten Raume ein schlichter Sarkophag errichtet ist. Dafür ist die kleine Insel
überdeckt mit Vögeln aller Art: Bekassinen, Seidenreihern, schwarzen
Störchen; und an ihren Rändern sonnen sich Schildkröten von über-
raschender Größe.
In der Zeit der Ptolemäer war in dieser Gegend, nur etwas südlicher
gelegen, ebenfalls ein berühmter Hafen, und ihm zur Seite eine bedeutende
PIand eis stadt, nämlich das bekannte Adulis an der gleichnamigen Bucht,
welche heute Zula genannt wird. Indessen diese Bai verlor, durch Ver-
sandung, ihren Wert! Adulis sank in Trümmer, und nur wenige zerstreut
liegende Säulenschäfte und Kapitäle reden noch, als die schwachen Zeugen,
von der ehemaligen, nun versunkenen griechischen Pracht! —