hunderts stammend, und wurde aufgeführt von dem ehemaligen Gouverneur
Munsingher Pascha, unter Beistand des Architekten Arägi-Bey. —
Über einer quadratischen Grundfläche erhebt sich ein Bau von zweien
Stockwerken, welchen zu ebener Erde, wie im oberen Geschoß, breite
Arkaden, in Eundbogen abschließend, von allen vier Seiten umfassen. Aus
der Mitte des flachen, zinnenumgürteten Daches steigt in gedrungener Kraft
eine Kuppel auf. Im Inneren bildet den Kern des Baues eine achteckige
Halle, über welche jene Kuppel sich wölbt. An diese Halle schließen sich
acht geräumige Säle, vier von ihr sich scheidend nur durch ein gefälliges
arabisches Gitterwerk in braunem Holze, welches überaus dekorativ wirkt,
vier durch Flügeltüren zugänglich. Sämtliche Eäume gestatten nach außen
hin, durch Glastüren, den Austritt auf eine breite Terrasse, unter den Arkaden hinlaufend, von der man, namentlich während der Abendbeleuchtung,
einen ganz herrlichen Eundblick genießt. Dieser fürstliche Bau diente als
Eesidenz auch dem italienischen Generalgouverneur bis vor wenigen Jahren.
Jetzt, nachdem der Sitz der Eegierung von Massäua nach Asmara verlegt
ist, wird er nur zu flüchtigem Verweilen, als Absteigequartier, von dem
Generalgouverneur benutzt. Schade ! Gas Schloß verdiente größere Be-
achtung! — Von der meerumbrandeten Landungsstelle aus steigt man auf
einer doppelarmigen Treppe, aus weißem Marmor, direkt zu jener Prunk-
halle hinauf. An das ägyptische Schloß sich anreihend, stehen in einer Linie, von Norden nach Süden gerichtet, zunächst das Kasino der Offiziere, jetzt ge-
schlossen, da die Besatzung von Massäua auf eine Kompanie Infanterie
beschränkt ist, farbige Soldaten, über welche vier Offiziere europäischer
Herkunft den Befehl führen. Dann kommt das Postgebäude. Ihm reiht sich
an ein großer, drei Stockwerke hoher Doppelbau, ursprünglich bestimmt
für Bureaus der Verwaltung. Das Haus ist von den Italienern errichtet,
zeigt jedoch bereits so drohende Eisse, daß seine Eäumung erforderlich
wurde. Endlich das Amtsgebäude des Commissario regionale, des obersten Verwaltungsbeamten der Stadt, sowie des sie umschließenden Bezirks. Sein Eang würde dem eines, bei uns wirkenden, Eegierungspräsidenten gleich-
stehen.
Alle diese, recht angenehm in das Auge fallenden Gebäude stehen
auf der zweiten Insel Taolud. Wer diese dann noch weiter nach Süden
hin verfolgt, stößt auf ein sehr originelles Negerdorf, in welchem der Ethno-
graph für seine Beobachtungen ein ergiebiges Feld findet. Die Insel Massäua hat gar keine Vegetation, Taolud eine, mit vieler Mühe gepflegte, aber nur kümmerlich gedeihende kleine Schmuckanlage
vor dem ägyptischen Schlosse. Dagegen die dritte, zum Weichbilde der
Stadt gehörende Insel Schech-Said hat auf humusreichem Boden einen
natürlichen Graswuchs neben einem Wäldchen voll ganz stattlicher Lorbeer-
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