Sudan Archive

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nicht, das empfangene Geschenk umgehend zu erwidern, und zwar durch ein gleiches Quantum frischer Gemüse aus seinen Gärten. Ebensowenig wie nun die französische Besatzung dort nahe am Hungertode war, ebensowenig auch war sie nahe der Vernichtung durch eine feindliche Übermacht.

Woher sollte diese auch komm en?

Hatte Marchand die Derwische dreimal zurückgeworfen, in der Zeit bevor Omdurmän gefallen war, wie viel weniger durfte er dieselben fürchten jetzt, da Omdurmän sich in den Händen der Verbündeten befand. Es ist also nicht gut begreiflich, wie der amtliche englische Bericht sich in folgender Weise ausdrücken konnte.

„This gallant little force were awaiting a second attack by a Derwisk force, when the Egyptian gunboats arrived and probably saved them from annihilation.“ *) Nein, nicht auf eine Rettung der französischen Besatzung durch die Engländer war es hier abgesehen. Diese philanthropische Stimmung war nicht das treibende Rad bei jenem unternommenen Eilmärsche nilaufwärts gewesen. Vielmehr von vorneherein war es die Absicht, durch den schärfsten Druck, der im Augenblicke möglich war, die Franzosen einzuschüchtern, und aus ihrer vorteilhaften Stellung zu entfernen. Denn es standen hier, auf diesem strittigen Punkte, die Verbündeten in einer Stärke von mehr als 2000 Mann, nebst einer wuchtigen Artillerie, gegenüber der kleinen Garnison von 180 französischen Soldaten, welche in dem sumpfigen Terrain des westlichen Nil-Ufers sich allerdings nach Kräften verschanzt hatten. Wenn auch tapfer und entschlossen, so waren sie doch hier im Augenblicke ohne jede Möglichkeit, wenn es zu einer kriegerischen Verwickelung kommen sollte, irgendwelche Verstärkungen von der weitentfernten Operationsbasis heranzuziehen.

Selbstverständlich war ja, bevor eine etwaige Kriegserklärung gefallen, das Sichmessen militärischer Kräfte hier am Platze ausgeschlossen. Daher begnügte sich Lord Kitchener für den Augenblick damit, gleichfalls zu Fashoda, aber südlich von der französischen Flagge, die beiden Banner von England und von Ägypten aufzuhissen, und auf diese Weise den französischen Capitain Marchand nebst seiner Besatzung, wie in einer Enklave, zu isolieren. Dann ließ er, wohl nicht bloß zum Schutze dieser beiden Banner, sondern vielmehr zur Beobachtung des französischen Postens, ein Bataillon, ein Kanonenboot und 4 Geschütze unter dem Kommando des englischen Majors Jackson in Fashoda zurück. Er selbst begab sich nach Omdurmän, die scharf angespannte Lage der auflösenden Kunst der Diplomaten überlassend.

*) pag. 208, Supplement of the handbook of the Sudan, London 1899.

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