Sudan Archive

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Heere zu folgen, ein Marsch, hei dem der bereits Fiebergeschwächte, infolge eines Sturzes aus dem hohen Kamelsattel, starb. — Es kann nicht angenommen werden, daß dieser Herr Olivier Pain seinen Kopf eingesetzt habe, um eigenmächtig nur einer persönlichen Grille zu folgen. Es war ohne Zweifel eine diplomatische Sendung, welche hier scheiterte. Diese Annahme scheint um so berechtigter, als jenem ersten Versuche, in die Angelegenheiten des Sudan einzugreifen, sehr bald ein zweiter folgte.

In das Vacuum der Machteinflüsse im Sudan, welches, durch Emin pächas Fortgang aus der Aquatorial-Provinz, entstanden war, schoben sich, aus dem französischen Congo-Gebiete, Heeresabteilungen vor, um hier in Fashoda dauernd festen Fuß zu fassen. Am 25. Juni 1896 hatte sich Capitain Marchand mit seinem Stabe in Marseille eingeschifft, war am 23. Juli an der Westküste Afrikas, bei Loango, ausgestiegen, hatte dann von Brazzaville aus den Congo benutzt, war auch den Ubangi hinaufgegangen, und langte, im Juni 1897, in dem Orte Dem Zuber an. So geschickt waren im Herzen des Sudan seine Operationen, daß er im März 1898 nach Paris melden konnte: „Ich halte alle wichtigen Positionen der Bahr-el-Ghasel-Provinz in meiner Hand.“ Am 10. Juli desselben Jahres war dann die Expedition in Fashoda angekommen, nachdem sie drei Attacken der Derwische siegreich zurückgeschlagen hatte. Man sieht, dieses war, von seiten Frankreichs, eine von langer Hand her geplante Unternehmung, und von seiten Marchands eine ganz außerordentliche Leistung. Solche zweijährige Abmühung fand nun ihren verdienten Lohn; denn Fashoda, ein Ort von großer Wichtigkeit, der Schlüssel zu der ausgedehnten und reichen Bahr-el-Ghasel-Provinz, war nun im französischen Besitz. — Denn, ganz abgesehen von ihrem Reichtume an Elfenbein, Kautschuk, Baumwolle und einer Bevölkerung von 5—6 Millionen, welche die besten Soldaten liefert, ist sie geographisch wie strategisch, von einer ganz dominierenden Lage für den Sudan. Eine fremde Macht, welche sich hier, am oberen Nile, festsetzte, würde den Besitzstand jeder anderen am unteren Nile gefährden.

Diese Abwägung der hier strittigen Werte erklärte hinreichend die Spannung, in welcher Lord Kitchener und Capitain Marchand in Fashoda einander gegenüber traten. Die Engländer haben es versucht, die damalige Lage so darzustellen, als wenn ihr Erscheinen, am 19. September 1898, vor Fashoda die französische Besatzung dort vor dem völligen Untergange durch Hunger und durch Feindesbedrohung gerettet hätte. Es ist nichts unrichtiger, als dieses! — Allerdings, Lord Kitchener übersandte aus den Proviantkammern seiner Schiffe eine Kollektion Konserven an Marchand. Aber dieser verfehlte 223

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