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von dem arabischen Dorfe Kerreri. Hier wurde ein Lager bezogen und die Bataillone in Form eines Hufeisens aufgestellt. Den Bücken dieser Stellung deckte der Nil. Nach der Landseite hin aber warf man zum Schutze einen Wall auf,- bestehend aus Dornengebüsch, untermengt mit Erde. Im Sudan nennt man einen, in dieser Weise umzirkten, Platz eine Seriba.
Hinter dieser Umwallung schliefen die Offiziere und Mannschaften, diese Nacht, in voller Ausrüstung; die Pferde blieben unter dem Sattel.
Solche Kampfesbereitschaft tat not, denn auch die Derwische waren gegen Kerreri vorgerückt, und hatten sich gegenüber den Verbündeten gelagert, so daß, zur Zeit, ein Zwischenraum von nur 8 Kilometern die beiden feindlichen Heere trennte. Wie stark die Truppen Abdullahis damals gewesen sind, darüber gehen die Meinungen auseinander; Slatin schätzte sie auf 40—50 000, dagegen Neufeld, welcher während jener Kampfestage in Omdurmän sich befand, gibt sie an auf 75—80000 Mann. In jedem Falle waren die Derwische, an Kopfzahl, den Verbündeten mehr als doppelt überlegen. Die Nacht vom 1. zum 2. September verlief ohne Zwischenfall! — Um 6 Uhr bricht das Tageslicht in jenen Zonen an; und um eben dieselbe Zeit lief auch in der Seriba die Meldung ein: „Die Derwische sind im Anzuge“ ! — Das Gelände zwischen beiden Heeren war in der Hauptsache ein Flachland, ohne Baum noch Strauch. Doch springen im Süden, wie im Norden, 2 vereinzelte Hügel von nicht erheblichem Umfange bis zur Höhe von 100 Metern auf. Jener heißt der Djebel Sürgham, dieser führt den Namen Umm-Matrachän, d. h. „die Mutter der Schlupfwinkel“.
Beide Erhebungen, vom Nilufer etwa 3000 Meter zurückgezogen, werden untereinander verknüpft durch einen ganz niedrigen, leichtgewellten Erdrücken von etwa 4 Kilometern Länge. Das war die Formation des Schlachtfeldes.
Es ist 6ya Uhr morgens. Nun sieht man die weißen Linien der Derwische, am Horizonte auftauchend, der Seriba sich nähern. Im Sturmschritte kommen sie heran, unter Kriegsgesängen und unter Allah-Rufen.
Sie sind flink und geschmeidig, wie die Katzen, dabei blutdürstig, wie die Tiger. Das eigene Leben mißachten sie, voll bereit zu sterben für Gott und seinen Propheten , der für Wunden und Tod , auf dem Schlachtfelde bekommen, das Paradies verspricht. Zäh und fast ohne Schmerzgefühl, sind sie, obwohl blutend aus unzähligen Wunden, von denen jede einen Europäer kampfunfähig machen würde, doch bereit den Ansturm immer wieder zu erneuern, um stundenlang noch weiter zu kämpfen. Das sind die Derwische ! — Als sie im Laufschritte bis auf 1000 Meter herangekommen sind, 214