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drangen; und verschiedene Vorstöße in dieser Richtung während der Jahre 1892—1894 mit gutem Erfolge unternahmen. England suchte diesem Schachzuge zunächst auf diplomatischem Wege zu begegnen durch Abschluß des englisch-congolesischen Vertrages vom 14. Juli 1894, welcher dort einen Landstreifen, der England in die Lage setzen sollte, seine südafrikanischen Besitzungen mit dem Niltale zu verbinden, pachtweise ihm überließ.
In Wirkung dieses Vertrages hatte der englische Major Cunningham, von Uganda aus vordringend, den Versuch gemacht, die britische Flagge in Dufile zu hissen, hatte aber, bedroht durch den König Kabrega von Unyoro, diesen Platz nicht behaupten können. Um vieles glücklicher war dagegen der französische Capitain Marchand gewesen, welcher von Westen her kommend, mit 400 Mann auf 2 armierten Dampfern den Gazellen-Fluß hinabfuhr, und, unter Zurückwerfung der Derwische aus Fashoda, an diesem Platze sich festsetzte und verschanzte. Das war geschehen am 10. Juli 1898.
Dieses Vorstoßes treibende Kraft war ein wohlerwogener Plan des französischen Ministeriums, welcher die Absicht verfolgte, durch die Behauptung und Erweiterung eben dieser Station die französischen Besitzungen im Westen Afrikas mit denen am Golfe von Aden, durch ein gesichertes Mittelglied, zu verbinden.
Es ist klar, daß die von Süden nach Norden strebende Linie der Machtentfaltung Englands mit der französischen, laufend von Westen nach Osten, hier in Fashoda, wie in einem Schnittpunkte, sich treffen mußte.
Dieser, von einer unbequemen Macht her drohende, Wettbewerb um den Einfluß in Mittelafrika war es nun ganz augenscheinlich, welcher den bewaffneten Angriff Englands auf Omdurmän und die Derwische stark beschleunigte.
Indessen, belehrt durch die blutigen Erfahrungen der Vergangenheit, ging man doch äußerst behutsam vor. Wenn auch die militärische Durchbildung und namentlich die Artillerie auf seiten der Europäer unzweifelhaft die stärkeren Faktoren waren, so hatten doch die Derwische für sich das numerische Übergewicht, die religiöse Begeisterung, die Todesverachtung, die Abhärtung, die Mannhaftigkeit im Ertragen von Schmerzen, und eine ganz beispiellose Anspruchslosigkeit in Bezug auf Wohnung und Verpflegung.
Während bis zum Jahre 1897 an kriegerischen Operationen nichts von Belang auf beiden Seiten geschehen war, begann man nun englischerseits damit, besonders die Kommunikationsmittel durch den Sudan zu verbessern.
Eine Eisenbahn wurde angelegt quer durch die völlig wasserlose Wüste Korosko, in der Ausdehnung von 345 Kilometern, zwischen den Stationen Wädi-Halfa und Abü-Hammed, wo die Beschaffung des erforderlichen Schönfeld, Erythräa. 14 209