Sudan Archive

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Assuan und Wädi-Halfa, den Mahdisten-General Abd-er-Rachmän, welcher eine Invasion Ägyptens versucht hatte, hei Toshki so wirksam zurückzuwerfen, daß ein zweiter Angriff nach dieser Richtung unterblieb.

Indessen, dann waren wiederum 9 volle Jahre vergangen und die Engländer hatten ruhig, Gewehr bei Fuß, in Wädi-Halfa gestanden, ohne auch nur einen Versuch zu machen, den Bestand des Mahdi-Reiches durch einen Vorstoß zu erschüttern.

Erst im Jahre 1898 wurde ein solcher unternommen, dann aber mit sichtbarer Eile beschleunigt. Zwei Gründe mochten hier treiben. Die ohne Zweifel in London gehegte Vorstellung, daß das Mahdi-Reich, in einem inneren Zersetzungsprozesse begriffen, in nächster Zeit sich selbst auflösen würde, war durch die Berichte Slatin-pächas dort gründlich zerstreut worden.

Dieser frühere Gouverneur der ägyptischen Regierung zu Där-För, hatte — (nach Übergabe seiner Provinz, am Weihnachtstage 1883, an die ihm überlegene Macht des Mahdi) -— in der Folgezeit 11 Jahre lang, unter dem Namen Abd-el-Kadr-Sala-ed-din, in unfreiwilliger Haft, dabei aber beschäftigt als Adjutant der Chalifen, in Omdurmän gelebt, und demnach hier die reichlichste Gelegenheit gefunden, als gebildeter Soldat, den Geist und die Streitkräfte der Mahdia zu studieren. Nach mehrfach wiederholten, aber stets vergeblichen Fluchtversuchen in den Jahren 1893 und 1894 war es ihm endlich gelungen, 1895 auf einem äußerst gefahrvollen Wege, über El-Metämmeh, Berber und Abü-Hammed, nach Assuan zu entkommen, wo er am Sonntage, den 16. März, nackt und bis zum Tode erschöpft anlangte.

Seine Berichte, in Kairo und in London, zerstreuten nachdrücklich den Wahn, daß Abdullahis Macht, ohne einen starken Stoß von Außen, nach und nach in sich selbst sich auflösen würde. Er stellte dessen Streitkräfte in ihrer wirklichen Stärke dar, und forderte, unter Vorsicht, aber mit allem Nachdruck, den Angriff. Für diesen, und zwar so rasch als möglich ihn zu unternehmen, mochte dann noch ein zweiter Grund bestimmend in die Wage fallen.

Die Franzosen waren es, welche von der veränderten Lage der Dinge in Zentral-Afrika Nutzen zu ziehen strebten. Emin-pächa hatte, auf Dringen Stanleys, seine Äquatorial-Provinz aufgegeben und war mit diesem, wenig erfreulich in die dortigen Verhältnisse eingreifenden, Manne am 10. April 1889 nach Sansibar hin abgerückt.

So trat denn in diesen Gegenden Zentral-Afrikas ein Vacuum ein für die Etablierung neuer, europäischer Einflüsse.

In diese Lücke suchten sich einzuschieben französische Machtmittel, welche aus dem Südwesten her, von der Grenze des Kongo -Staates vor-208

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