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Indessen dieser Sieg über die Partei der Aschräf, der Blutsverwandten des Mahdi, und deren Anhang, war für Abdullahi nur ein Pyrrhus - Sieg.

Mit einem schweren Verluste an dem Nimbus seiner göttlichen Sendung ging er aus diesem Kampfe hervor. Aus dem Glauben an diese göttliche Sendung ihrer Führer war ja die ganze Bewegung entsprungen, auf diesem Glauben hatten alle bisher errungenen Erfolge beruht. So unumstößlich gewiß allen nun einst die göttliche Sendung des ersten Mahdi gewesen war, so sehr griff zur Zeit der Zweifel gegen Abdullahi Platz, dessen Härte und dessen Wortbrüchigkeit gegen die Verwandten des einst so geliebten Propheten die öffentliche Meinung auf das Tiefste verletzte. Zerbröckelte in den Massen aber solch ein Glaube, dann mußte auch die Kraft schwinden, welche diesen Staat bisher zusammenhielt. Abdullahi konnte es sich auch keinesweges verhehlen, daß die Stimmung im Lande, während der 7 Jahre seiner Regierung eine völlig andere geworden war, daß der Glaubenseifer und der Opfermut, welche zu den Zeiten des ersten Mahdi alles beseelt hatten, nun stark im Sinken begriffen waren. Darum sann er auf ein anderes Band für diese buntscheckigen Massen, und das war die, auf physische Machtmittel gegründete, Gewalt!

Zwischen den letzt geschilderten Ereignissen und dem Untergange des Staates liegen noch 6 Jahre.

Diese Zeit ist erfüllt von dem Streben Abdullahis, die Herrschergewalt dauernd an sein Haus zu knüpfen; also eine erbliche Dynastie sich zu gründen.

Für die legitime Thronfolge kam nur noch einer jener 4 Rechtsnachfolger, welche der erste Mahdi persönlich ernannt hatte, in Betracht; das war Aly-walad-Helu. Dieser besaß indessen einen weichen Charakter, ohne den Ehrgeiz der Herrschaft; dazu auch nicht die Rückendeckung einer Partei. Von seiner Seite war ein Widerstand nicht zu befürchten.

Abdullahi hatte den lebhaften Wunsch, daß sein Sohn Etmän in der Herrschergewalt ihm dereinst folgen sollte. Etmän und dessen Schwester Radia waren die Kinder der Sähra, einer Stammesgenossin des Fürsten, die, seit frühester Jugend ihm vermählt, Leid und Freud ein Leben hindurch, und welch ein wechselvolles, mit ihm getragen hatte. Diese Sähra hatte den Etmän ihm geboren auf jener denkwürdigen Flucht von der Insel Aba nach Djebel Gedir. Und die tiefe und aufrichtige Liebe, welche Abdullahi zu diesem Sohne empfand, war ein mildernder Zug zwischen den sonst so harten Linien seines Charakters.

Etmän war jetzt 21 Jahre alt, und hatte eine für seine Verhältnisse sorgfältige Erziehung genossen. Vermählt mit einer Cousine, der Tochter des Vaterbruders Jaküb, erhielt er eine Art von Hofstaat, bewohnte zu Omdurmän ein großes, prächtig eingerichtetes, Haus gegenüber der Wohnung 201

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