Sudan Archive

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seines Vaters, und führte den Ehrentitel eines Schech-ed-din. Die Soldaten mußten vor ihm, wie vor seinem Vater, präsentieren. Wie die Ausstattung dieses Sohnes fürstlichen Glanz anstrehte, so noch mehr der Haushalt des Vaters. Mohammed-Ahmed, der erste Mahdi, war einst auf einem einfachen Angareb gestorben.

In den Zimmern Abdullahis sah es anders aus. Eiserne, reichvergoldete Bettgestelle, dicke Teppiche, mit Seide überzogene Polster, Tür- und Fenstervorhänge aus schweren Stoffen sah man dort. Für den Sudan, und in Anbetracht der ärmlichen Verhältnisse, aus' denen Abdullahi stammte, war das eine geradezu glänzende Ausstattung.

1 ) Danach richtete sich auch bald die Umgebung des Hofes. Der erste Mahdi hatte den Frauen keinen anderen Schmuck erlaubt, als Perlmutterknöpfe am Gewände und eine einfache Korallenschnur um den Hals; jetzt fing man wieder an, Gold- und Silberschmuck zu tragen. Und, weit ah von dem Versprechen der Gleichheit, der Brüderlichkeit und der Armut, welche der erste Mahdi als Grundsatz für sein Reich gefordert hatte, strebten jetzt die Großwürdenträger, insgeheim sich zu bereichern.

Als der General Säki-Gamil verhaftet wurde, fand man bei der Durchsuchung seines Hauses 50,000 Maria-Theresia- und Medjidie-Taler in Säcken aufgestapelt.

Und der erste Richter im Lande, Ahmed-Aly, hielt sich über 1000 Sklaven, welche seine ausgedehnten Acker behauten. War diese einbrechende Üppigkeit, im Kreise einer sich heranbildenden Aristokratie, die unmittelbare Folge von Abdullahis eigenem Streben, sein Haus aus der Masse herauszuheben, um demselben die Herrschaft zu sichern, so zeigte sich als eine zweite Folge solches Strebens ganz besonders die Steigerung seines, schon früher so krankhaften, Mißtrauens. Der Chalifa lebte in Omdurmän in diesen letzten Jahren seiner Regierung in völliger Abgeschlossenheit. Begehrte jemand, zur Audienz bei ihm vorgelassen zu werden, so mußte er zuerst der peinlichsten Durchsuchung seiner Person sich unterwerfen. Schwert und Messer wurden ihm abgenommen. Und, wie der Chalifa sich von allen zurückzog, so wurde auch den Offizieren und Soldaten seiner Leibwache der Verkehr mit der übrigen Bürgerschaft Omdurmäns untersagt. Bei den täglichen Spazierritten, zu denen Abdullahi Helm und Panzer anzulegen jetzt liebte, war er stets umgehen von einer sehr starken, bewaffneten Macht. (Mulazemie). — Unter dieser nie schlummernden Sorge um den Besitz seiner fürstlichen Stellung war Abdullahi frühe gealtert. Trotz seiner erst 49 Jahre waren sein Kopfhaar und sein Bart fast weiß geworden, und härter und ’) pag. 527, Slatin.

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