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kaum 20jährigen, Söhne des verblichenen Mahdi. Die Verschworenen, deren Endziel es war, das verhaßte Joch des Abdullahi abzuschütteln, versammelten sich in ihren, dem Grabmal des Mahdi nahegelegenen, Häusern zu Omdurmän. In ihrer Mitte stand auch die vornehmste Frau jenes hohen Toten, die greise Sidinnä Aischa, die Mutter aller Gläubigen, (Ummil -Muminim), umgürtet mit einem Schwerte, die Verschworenen durch ihre erbitterten Worte anfeuernd.
1 ) Die Schußwaffen wurden verteilt. Aber es waren im ganzen etwa nur 100 Remington- Gewehre, welche vor den überwachenden Blicken der Polizei heimlich sich hatten zusammenbringen lassen, und für sie war nicht einmal genügende Munition vorhanden. Aber auch hier fehlte nicht der Verräter! — -Abdullahi, von allem rechtzeitig unterrichtet, ließ während der Nacht sämtliche zum Quartier der Rebellen führenden Straßen durch seine Bägara besetzen; und, als die Sonne des Dienstages aufging, welche das Zeichen zum Ausbruch der Revolution hätte geben sollen, da sahen die Verschworenen von allen Seiten sich eingeschlossen. Ohne Zweifel war Abdullahi der Stärkere ! Aber er war viel zu klug, um seine Stärke hier auszunützen, seinem Zorne den Zügel schießen zu lassen, und in einem Blutbade diese Bewegung auf der Stelle zu ersticken. In seinem Herzen stand ja das Schicksal der Schuldigen geschrieben: „Tod!“ — Aber er wünschte eine Beseitigung, welche jedes Aufsehen vermied. Darum wurden mit den rings Eingeschlossenen zunächst Verhandlungen eröffnet, deren Tendenz ein scheinbar friedliches Übereinkommen war. Zaudernd gingen die Verschworenen auf diese Anerbietungen ein. Endlich, nach dem Verlaufe von fast einer Woche, an einem Freitage Morgen, löste sich der Kordon, und die Anführer der Rebellen erschienen vor dem Chalifa Abdullahi, um knieend seine Verzeihung zu erbitten, welche ihnen auch versprochen wurde.
Aber es war das alles nur ein Schauspiel! — Nach und nach entledigte Abdullahi sich dieser sämtlichen Teilnehmer der Bewegung, freilich ohne alles Geräusch. Auch der Vornehmste unter ihnen, der Chalif Mohammed-Scharif wurde nicht verschont. Die meisten verschickte er nach dem unlängst eroberten, fernen Fashoda, wo sie nach Weisung der Uriasbriefe, an den dortigen Gouverneur gesandt, in aller Stille nach und nach verschwanden. Die Güter der Gerichteten aber fielen Abdullahi und seinen Bägara zu. Die Spannung, welche während jener Woche alles in Omdurmän unter Atem hielt, hatte der gefangene Missionar, Pater Joseph Ohrwalder aus Österreich klug und kühn benutzt, um, in Begleitung einiger gleichfalls gefangenen Missionsschwestern, zu entfliehen, und auch glücklich zu entkommen.
’) Slatin: pag. 442. ff.
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