Sudan Archive

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bekam den Auftrag, diesen Platz, welcher auf der Hälfte der Verbindungs-Straße zwischen Kassala und dem Blauen Nile liegt, um jeden Preis zu halten.

Die militärischen Unternehmungen Italiens gegen Abessynien indessen, und die großen Erschütterungen, welche der Bestand ihrer Kolonie Erythräa, bald darauf durch die Niederlage bei Adua (1. März 1896) erfuhr, bewirkten es, daß von dieser Seite her eine Gefahr dem Mahdi-Reiche fernerhin nicht drohte.

Diese Gefahr für seinen Bestand bildete vielmehr sich heraus aus Verwickelungen, welche in seinem Inneren entstanden. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß die Partei des verstorbenen Mahdi gleich zu Anfang Ränke angesponnen hatte, welche Abdullahis Entthronung bezweckten. Je schärfer diese Ansprüche von dem Chalifen damals zurückgewiesen waren, um so mehr zog sich diese Bewegung in die Tiefe der Gemüter zurück, und glühte dort unter der Asche einer, zur Schau getragenen, Loyalität weiter. Dieser Kreis der Unzufriedenen mehrte sich durch den Anblick der Opfer, welche Abdullahis reizbare Empfindlichkeit, sein wachsendes Mißtrauen, und seine grausame Strenge, durch fast täglich vorkommende Verurteilungen, um Vermögen und Leben gebracht hatten. Ein amtliches Edikt war selbst so weit gegangen, jeden Einzelnen für das Treiben seines Nachbarn verantwortlich zu machen. Auf diese Weise umgarnte ein, von Oben her begünstigtes und geleitetes, System der Überwachung und der Angeberei jeden Fuß, und das um so gewisser, je höher jemand gestellt war. Die übereinstimmende Aussage von zweien Zeugen, welche irgend jemanden als verdächtig bezeichneten, genügte, um ihn vor Gericht zu schleppen und zu Falle zu bringen. So verloren durch Hinrichtung ihr Leben folgende Männer: Ibrahim-min-ülaed-Adlän, der erprobte Finanz-Chef; Säki-Gamil, der erste und beste Feldherr des Chalifa, und Kadi-Ahmed-Aly, der Ober-Richter. „Nach meinem Tode wird man Männer suchen, und sie nicht finden, um meine Stelle zu ersetzen!“ so hatte der tapfere Säki-Gamil auf seinem Todesgange gesagt. Er hatte vollkommen recht. Abdullahi, in seinem düsteren, krankhaften Mißtrauen, es könnte jemand an seiner Seite sich selbständig machen wollen, um ihn zu stürzen, war es, der sich selbst seiner besten, ihn unterstützenden, Kräfte beraubte.

In der Stunde der Entscheidung sollten eben diese ihm, zu seinem größesten Schmerze, fehlen. Für jetzt aber hatte es noch keine Gefahr! — Es war im Jahre 1892, daß die an den Namen und an die Blutsgemeinschaft mit dem verstorbenen Mahdi anknüpfende, gegen Abdullahi gerichtete, Bewegung von neuem hervorbrach. An ihrer Spitze stand niemand anderes, als der 2 te Chalif Mohammed- Scharif, in eigener Person, und ihm zur Seite die beiden, jetzt 199

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