Sudan Archive

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zum 5. Januar 1885 dauerte. Gordon taxiert den täglichen Verbrauch an Kugeln in der Meinen Festung auf 2000 Stück. Die gleiche Anzahl mag auch der Feind dort verschossen haben. Außerdem findet häufig eine Berennung durch die Derwische statt. In hellen Haufen dringen sie dann gegen die Mauern vor, und zwar mit der größesten Todesverachtung; doch, es ist ihr Fehler, daß die Abteilungen sich nicht genügend gegenseitig unterstützen. Gordons Trost bleibt, daß Proviant und Wasser dort noch für 1 y2 Monate ausreichen werden. Da der Telegraph zwischen Chartüm und Omdurmän zerstört ist, wird die Verbindung durch Horn- und Flaggen-Signale hergestellt. Außerdem beobachtet Gordon täglich von seinem Dache aus die Vorgänge drüben. Das regt ihn um so mehr auf, als ihm die Hände gebunden sind, und er es nicht wagen darf, Truppen ihnen zur Hilfe zu senden, dank der Schwäche seiner eigenen Garnison. Indessen er entsendet zur Unterstützung des Forts zwei seiner Dampfer, „Ismailia“ und „Husseinyeh“. Diese müssen aber im Interesse ihrer eigenen Sicherheit auf der Mitte des breiten, vereinigten Nil-Stromes liegen bleiben. Und, da das Fort Omdurmän selbst 1200 Meter vom Uferrande zurückgezogen liegt, so ist die gesamte Entfernung eine viel zu weite, um die Hilfe der Schiffs-Artillerie hier voll wirksam werden zu lassen. Außerdem haben die Derwische auch Batterien am Ufer errichtet, und nehmen jene beiden Schiffe scharf auf das Korn. Die Ismailia bekommt, getroffen, ein Loch von 2 Fuß Durchmesser und muß sich schleunigst zurückziehen, der Husseinyeh aber sinkt und wird später von den Arabern geentert und genommen.

Inzwischen waren die Nahrungsmittel im Fort Omdurmän, nach fast zweimonatlicher Umzingelung vollständig aufgezehrt, und die Übergabe wurde unvermeidlich. Ferrag verständigt Gordon, durch den Zeichen-Telegraphen, über seine Notlage, erbittet und erhält die Ermächtigung zur Kapitulation.

Der ganzen Besatzung wurde übrigens vom Mahdi volle Verzeihung gewährt. ’) Mit dem Falle Omdurmäns war im Grunde auch das Schicksal Chartüms entschieden. Gordon, der sich immer den Tod in der Schlacht gewünscht hatte, „better a ball in the brain than to flicker out unheeded“, fürchtet das nahende Ende nicht. Auf Entsatz rechnet er nicht mehr, er ist überzeugt von der „unwillingness to help“. 2 ) In London hatte man bei der Entsendung Gordons angenommen, daß er sich stark genug als Vollblut-Engländer fühlen würde, um, in gegebener Stunde, sein und seiner Regierung Interesse von dem Schicksale der ihm b pag. 318, Slatin: Feuer und Schwert, etc.

2 ) pag. 64, Vol. II, The Journals, etc.

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