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vielen Niederlagen der Regierungstruppen dafür gesorgt, daß die Derwische im Besitze guter Krupps, sowie reichlicher Munition waren.
Besonders Gordons Palast, welcher die anderen Gebäude hoch überragte, war das Ziel der feindlichen Artillerie. Sein westlicher Flügel zumeist, in welchem des Generals Wohnzimmer lagen! Und trotz der Entfernung von 3000 Metern, von jenseits des Blauen Nils herkommend, schlagen die Kugeln noch mit solcher Kraft ein, daß sie töten können. Angenehm war dieses Gefühl nicht, jeden Augenblick eine Granate auf seinem Schreibtische haben zu können. „Doch, es ist ein Glück“, sagt er, „die Leute zielen meist zu hoch.“ — Während so die Kugeln über Gordons Kopf hinpüffen, stehen unter seinem Fenster die Weiher, in Trupps zu 40 bis 50 Köpfen, und schreien nach Brot.
So geht es den Tag über, und des Nachts rauht die Sorge um die Nachlässigkeit der Wachen ihm den Schlaf. Mit Recht sagt er: „I am sacrificing myself for my country. Well, you are right, I am a martyr, if ever there was one.
1 ) Dennoch tut er alles, um den Mut der Belagerten aufrecht zu erhalten. Er läßt oftmals des Abends auf dem flachen Dache seines Hauses die Musikbande lustige Weisen spielen. Raketen steigen dann auf in die linde und klare Abendluft. Wenn er ausgeht, ruft er, im Vorbeigehen, den Jammernden tröstende Worte zu: „Wartet nur, die Engländer kommen“! — Den 11. Dezember gibt er eine Extra -Monats -Zahlung an die gesamte Garnison, um ihren guten Willen zu schärfen. „So nährten wir uns“, sagt er, „von eitlen Hoffnungen, Monat für Monat“ ! „So we kept feeding on delusions for so many months“ ! 2 ) Von entscheidender Wichtigkeit für das Schicksal Chartüms war das Fort Omdurmän, auf dem Westufer des vereinigten Nils, etwa 6 Kilometer nordwärts von der Stadt gelegen. Nach seinem Namen hat die spätere Residenz Abdullahis sich benannt. Kommandant war dort Ferrag-Ullugpächa, ein Sudaner, welcher unter Gordons Führung, innerhalb eines Jahres, vom Hauptmann zum General aufgestiegen war.
Durch persönliche Eigenschaften, wie soldatische Tugenden, überragten überhaupt die Sudaner- Offiziere weit die der Ägypter.
Ferrag wird von Gordon für einen „gentleman“ erklärt, dessen Zuverlässigkeit und Tapferkeit ihn überrascht hätten.
Der Mahdi hatte richtig erkannt, daß dieses Fort zuerst fallen müsse, bevor man es unternehmen dürfe, Chartüm zu herennen. So begann denn mit dem 12. November 1884 dessen scharfe Beschießung, welche bis fl pag. 215, Vol. I. 1 2 ) pag. 37, Vol. II. f The Journals, etc.
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